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Von Karl-Heinz Baumöller
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Martin Schmitt
» Der Deutsche Schäferhund
Herbert Born
» Soll alles so bleiben, oder müssen wir etwas ändern ??
Von Karl-Heinz Baumöller
» Fakten statt Gerüchte !!
Von Ursula Zabel
» Zuchtgedanken über unseren
DSH !!
Von Herbert Born
Verändertes Zuchtverhalten im SV
Von Karl-Heinz Baumöller
Nicht nur; dass seinem Erscheinungsbild nach ein anderer Schäferhund geschaffen wurde. Das war vorhersehbar Ich meine die Auswahl der Partner. Man darf heute mit Recht behaupten, dass wir im SV zwei Populationen haben. Wie konnte es dazu kommen? Das ist die eine Frage! Die viel wichtigere aber ist, wie wird es enden?
In seinen Anfängen bis weit in die 60er Jahre legte der Verein Wert darauf einen Gebrauchshund mit einem nützlichen und ansprechendem Gebäude zu schaffen. Aber eben auch mit den bekannten Gebrauchseigenschaften. Von dieser Maxime ist der größte Teil unserer heutigen Hunde weit entfernt. Hatten die diensthundhaltenden Behörden in früheren Jahren fast nur DSH, so ist ihr Anteil heute unter 50% gesunken. Aber noch immer schreien die Unbelehrbaren nach längerer Kruppe und besserer Vorhandwinkelung. Sie vergessen aber ganz, dass sie eigentlich einem Verein angehören, der sich zum Ziel gesetzt hat, und das auch in seiner Satzung festgehalten hat einen Hund zum GEBRAUCH zu züchten.
Davon entfernt sich der SV zum großen Teil immer mehr. Wer das Elend auf der DSZS 2000 in Bremen gesehen hat, weiß, wovon ich rede. Nun erlaubt sich ein ehemaliger Bundeszuchtwart im Internet 10 Vorschläge zu machen, wie man den Gebrauchshund DSH ganz von der Liste der Gebrauchshunde streichen kann. ,,Helfer dürfen keine Schwächen aufdecken." Zitat Helmut Buß! ,,Hunde die auf der BSZS im Schutzdienst durchfallen, sollen eine zweite Chance bekommen. Hunde, die sich für die BSP qualifiziert haben, müssen erst auf einer Schau begutachtet werden, ob sie auch das richtige Gebäude haben ". Es kann keine Rede davon sein, dass ich glaube, dass diese Anträge Aussicht auf Erfolg hätten. Nein, die Frechheit ist, so zu tun, als fehle es dem DSH an Anatomie und nicht an inneren Werten. Seit mehr als dreißig Jahren züchten gewisse Kreise nur nach dem Äußeren des DSH. Nie haben diese Fanatiker daran gedacht, dass sie ja eigentlich einen Hund züchten sollen, der irgendwo gebraucht werden soll. Ein paar Beispiele: 1955 wurde Alf vom Nordfelsen VA-Sieger bei den Rüden. Über ihn kommen auch heute noch die meisten Teilnehmer der BSP, aber fast keine der BSZS. Im gleichen Jahr nahm seine Wurfschwester Astrid von: Nordfelsen an der BSP in Hamburg teil. Kann sich jemand vorstellen, dass eine Wurfschwester von Ursus Batu an der BSP teilnimmt? Enno Antreftal hatte mit Drigon einen Sohn als Bundessieger, aber mit Roland Wohrabrücke auch einen VA-Nachkommen. Dieser wiederrum hatte fünf Nachkommen auf Bundessiegerprüfungen und mit Siro Seeblick auch noch einen guten Vererber. Betrachten wir die Partnersuche damals und heute. In den Jahren von 1960 bis 1969 haben an BSP 443 Hunde teilgenommen. 45 dieser Hunde hatten Väter die selbst an einer BSP teilgenommen hatten. (10,15%) Aber 185 Hunde hatten Väter die auf der DSZS waren (41,76%). Davon waren 51 Hunde Nachkommen von VA-Rüden (11,51%). In den Jahren von 1970 bis 1979 nahmen 739 Hunde an BS-Prüfungen teil. Nun beginnt es sich zu ändern. 164 Hunde hatten Väter, die selbst an einer BSP teilgenommen hatten (22,19%).
Aber immer noch waren 301 Hunde dabei, deren Väter auf der BSZS waren. 98x war der Vater ein VA-Rüden (40,73 %). Man lese und staune: 33 Hunde hatten Väter die an beiden Veranstaltungen teilnahmen. Zum Beispiel Arko Riedersknapp mit Helmut Dreistadt. Sie wurden zweimal Bundessieger und erzielten auf der BSZS zweimal ,,Vorzüglich ". Übrigens war er der Großvater von Bernd und Bodo vom Lierberg. In den 80er Jahren verändert sich das Bild weiter zu Gunsten der BSP-Teilnehmer. 902 Hunde nahmen an den 10 BS-Prüfungen teil. Davon hatten 253 Hunde Väter die selbst auf einer BSP waren (28,04 %). Aber die Zahl derer, die auf der BSZS waren, war immer noch höher 340 Hunde kamen über BSZS-Teilnehmer (37,69 %). Darin enthalten sind 97x VA-Rüden (9,64 0%)).
Nun kommt das, was Herrn Buß so ins Auge sticht. In den Jahren von 1990 bis einschließlich 1999 nahmen 1100 Hunde an den BS-Prüfungen teil. 535 kamen über Väter, die selbst auf BSP waren (48,63 %). Nur noch 137 Teilnehmer kommen über Väter von der BSZS (12,45 %0). VA-Rüden sind nur noch mit 3,18 % beteiligt; genau 35x. Nimmt man die Hunde dazu. deren Väter auf LG-Ausscheidungen waren (194 Hunde = 17,63 %) so sind 66,26 % der BSP-Teilnehmer über Hunde gezogen, die sich auf höheren Prüfungen beweisen mussten.
Dass diese Entwicklung weiter geht, zeigt das Jahr 1999. 117 Hunde nahmen an der BSP teil. 83 Hunde hatten Väter, welche selbst auf der BSP waren (70,94%). Nur noch 7 kamen über Väter die auf der BSZS waren (5,98 %). Nur noch ein Rüde kam über VA (0.85 %). Nimmt man die 15 Hunde, deren Väter LGA-Teilnehmer waren, dazu, kommen von 117 Hunden 98 über Väter die sich bewiesen haben. Diese Entwicklung zeigt aber auch, dass unsere Züchter gelernt haben. Lernen mussten, denn was heute von den Hunden verlangt wird, kann die Hochzucht nur durch Mutation der Natur vererben. Leistungsbezogene Züchter wissen in der Regel, dass nicht das einzelne Tier sondern auch die Ahnen mit vererben. Wie aber soll Rikkor Bad Boll einen Bundessieger vererben, wenn unter seinen Ahnen nicht ein Hund war, der als Gebrauchshund zu verwenden war?
Die Veränderung des Deutschen Schäferhundes
In den letzten Jahren hat sich eine Kluft aufgetan die unsere Rasse in zwei Lager aufspaltet:
Das Ausstellungslager! Das Leistungslager!
Artikel und Vorträge von massgebenden Leuten zeigen diese auseinander treibenden Populationen deutlich auf.
Die neue Vereinsführung hat den Wunsch diese beiden Lager wieder zusammenzuführen.
Frage: Wie ist die Kluft entstanden, warum vertieft sie sich?
Das Zuchtbuch Nr. 1 des SV, herausgegeben vom 1. Vorsitzenden Rittmeister von Stephanitz und dem Zuchtbuchführer
M. Engert-München führt die ersten 750 eingetragenen Zuchttiere unserer Rasse auf. Jedes Tier wird mit Alter,
Abstammung, Haarkleid, Farbe, Herdentätigkeit, Ausstellungsergebnissen, Züchter und Besitzer festgeschrieben und zum
Teil mit Foto dargestellt. Die Bestimmungen für Die Eintragung wurden am 12. Mai 1900 von der ersten
Mitgliederversammlung ( 60 Mitgliedern ) unter dem Vorsitz des Rittmeisters angenommen und festgeschrieben.
607 der 750 eingetragenen Tiere, das heisst 81% des Fundaments unserer Rasse waren grau- in allen von uns noch heute geläufigen Schattierungen. Sie sind rechts in der Ahnentafel festgeschrieben.
Nach einer Abwesenheit von fast zwei Jahrzehnten bin wieder nach Deutschland zurückgekommen und war über die inzwischen eingetretene Entwicklung der Rasse erstaunt.
Um mir ein klares Bild über den derzeitigen Stand zu machen, war es erforderlich die bei mir entstandenen
Informationslücken aufzufüllen und auf die mir bekannten Ausgangspunkte zurück zu gehen.
Mein erster tiefgreifender Kontakt mit unserer Rasse liegt im Jahr 1948.
Der erste Vorsitzende der Ortsgruppe Saarbrücken St. Johann und gleichzeitig Vorsitzender der Landesgruppe Saar,
der Zuchtrichter und Körmeister Rudolf Backes, war mir Lehrer und väterlicher Freund.
Nach einem zeitraubendem Studium ist mir heute klar, warum viele Hunde auf den Leistungsveranstaltungen der Nachkriegszeit bis zum heutigen Tag grau sind und graue Ahnen, Eltern und Geschwister haben!
Leider ist in den letzten Jahrzehnten der graue Hund immer mehr aus der Zucht herausgedrängt worden.
In den 50er und 60er Jahren waren noch viele graue Hunde auf den Hauptzuchtschauen vertreten. Zwinger wie v.Johannishauch,
v.Stuhrigau, v.Brombergchen, v.Busecker Schloß, v.Haus Knüffken waren oft vertreten. Rüden wie Nico Haus Beck,
Bert Haus Knüffken, aber auch die schwarzgelben Arno Haus Schwingel oder Bernd Lierberg haben der Rasse ihren Stempel
aufgedrückt und waren in fast allen
Ahnentafeln des Ausstellungslagers wie auch des Leistungslagers immer wieder zu finden.
Der Körmeister und Zuchtrichter ist ebenso wie der Leistungsrichter der Garant der Wahrer und Bewahrer des Rassestandards.
Die Vereinsführung darf nicht dulden, dass ein Körmeister der oft die Siegerschau richtet und so die Rasse entscheidend beeinflusst für eine graue Hündin folgendes Urteil fällt: schöne, gut angelegte Hündin, Gebäudedetails positiv, Wesen sicher, Mut und Kampftrieb ausgeprägt, normalerweise Kkl.1, leider ist die Hündin grau, die Farbe gefällt mir nicht, als Kkl.2 und das Urteil dreist mit seinem persönlichen Geschmack begründet. Frage: kennt dieser Mann den Standard nicht?? Oder masst er sich an, offen gegen den Standard zu richten???
Ein uns allen bekannter Züchter hat seit der Nachkriegszeit Pionierarbeit geleistet.
Viele Hunde aus seinem Zwinger waren sowohl auf Siegerhauptzuchtschauen wie auch auf Siegerprüfungen und Bundesleistungshüten
vertreten und hoch bewertet.
Ich denke da an: Harras und Hektor, Uri und Pollux, an Veit und Valet, an Sirk und Seffe, an Eros und Eiche, an Gildo und
Goda, an Werro und Sagus und viele andere vom Buseckler Schloß. Dieser Name taucht in fast allen Ahnentafeln immer wieder
auf und wir alle, das Leistungslager wie
auch das Ausstellungslager sind ihm, Alfred Hahn und seiner Gattin, die stets mit Herz und Hand dabei war zu ewigem Dank und bleibender Anerkennung verpflichtet.
Ich betrachte ihn als väterlichen Freund. Von allen mir bekannten Züchtern ist Alfred Hahn dem Ziel der Vereinsführung, das heisst der
Vereinigung von Leistung und Schönheit,
am nächsten gekommen. Er hat mir einmal vor 30 Jahren gesagt: " Auch ein schöner darf gut sein! Auch ein guter darf schön sein!
Während meiner Abwesenheit haben einige jüngere Züpchter gute Basisarbeit geleistet.
Ich denke in alphabetischer Reihenfolge an: v.d.Abfuhr, v.d.Fasanerie,
v.Glockenstreit, v.Höllbachgrund, v.Körbelbach, v.Leipheimer Moor, v.Lusenpark.
Mir persönlich sind nach diesem Studium von mehreren hundert Stunden die Leistungsträger, Leistungsvererber und Leistungsverbesserer auf der Rüden- und Hündinnenseite bekannt und es wird Aufgabe der eben genannten Züchter und mir sein aufbauend auf den erwähnten Rüden + der Basis + einigen guten Hündinnenlinien ein Zuchtprogramm zu entwickeln und in unseren Zwingern zu testen.
Wir können sogar den Wunsch der Vereinsführung nach Annäherung von Leistung und Schönheit Rechnung tragen. Es bleibt natürlich abzuwarten, ob diese Annäherung alleine und ausschliesslich von uns der Leistungsseite erwartet und gefordert wird oder ob die Vereinsführung bereit ist auch unseren Sorgen Rechnung zu tragen.
Schäferhundezucht ist Gebrauchshundezucht!!!!!
Aus unserer Rasse mit einem Fundament von 81% Grauanteil darf der graue Hund nicht herausgedrängt werden.
Ich werde jetzt einige Rüden benennen die gut ins Programm passen und noch schnell verwendet werden sollten,
bevor sie aus Altersgründen nicht mehr decken:
Emir Abfuhr, Arek Stoffelblick, Aik Haus Cindy, Torro Körbelbach, Zap Fasanerie.
( Hinweis: diese Meinung des Verfassers datiert aus Mai 1996, diese Rüden stehen der Zucht leider nicht mehr zur
Verfügung, aber diese Linien sind weiterhin aus meiner Sicht,
mit noch einigen anderen bewährten Leistungsträgern, ein Garant für unsere erfolgreiche Leistungszucht. )
Der Standard
Ich habe zusammen mit einem Tierarzt eine Statistik aufgestellt. In dieser werden 2.624 Rüden
1.800 Hündinnen ausgewertet. Sie beginnt im ersten Jahr der Körung, das heisst 1922 für Rüden und 1926 für Hündinnen.
Sie läuft dann über 1936, 1942-48 = 1. Körbuch, 1956, 1966, 1975. Hier wurden Grösse und Gewicht einzelner Tiere aus den
Körbüchern erfasst und dann rechnerisch und graphisch dargestellt:
Ohne hier zu weit ins Detail zu gehen kann man sagen:
Grösse für Rüden
1922 war die Mittelgrösse für Rüden 64,05
Wenn eine Rasse hartnäckig versucht aus dem Standard auszubrechen und um zu ihrer
ursprünglichen Grösse zurückzufinden ist eine feineinstellung des Standards angebracht.
Rüden mit 60 und 61 cm sind heute ebenso Fremdkörper in einer Klasse wie Rüden mit 68 und 69 cm.
62 – 66 cm mit Mittelwert 64 cm bietet sich logisch an.
Grösse der Hündinnen
Hündinnen mit 55 cm sind heute ebenso Fremdkörper wie mit 63 cm 57 –61 cm mit Mittelwert 59 cm bietet sich an.
Gewicht für Rüden in Gewichtsgruppen
1922 = 87% bis 33,5 kg
1956 = 89,8% bis 48,0 kg
1966 =93% bis 48,0 kg
1975 = 83,2% bis 48 kg
Gewicht für Hündinnen in Gewichtsgruppen
1926 = 72% bis 28,5 kg
1956 = 86% bis 43 kg
1966 = 78% bis 43 kg
1975 =53% bis 35 kg
Das sprunghafte Ansteigen des Gewichts 1956 fällt mit der gehäuften Zuchtverwendung von Rolf Osnabrücker Land und seiner
Geschwister und Söhne zusammen. Das weitere Ansteigen 1966 geht auf die Zuchtverwendung seiner vielen erfolgreichen Söhne
und Enkel seines Schwesternsohnes Hein Richterbach und dessen Nachkommen und die gehäuften Inzuchten auf diese Familie zurück.
Das Absinken des Gewichts 1975 fällt mit dem verstärkten Röntgeneinsatz gegen die Hüftgelenksdysplasie zusammen.
Die Arbeitshypothese = hohes Gewicht = Dysplasie bietet sich an. Die Untersuchung der Röntgenergebnisse und der Zusammenhang
mit der gewichtssteigernden Familie durch den SV wäre sicher interessant.
Zu schwere und zu grosse Hunde sind nicht mehr gebrauchstüchtig!
Gewichte mit 33 kg für Rüden und 28 kg für Hündinnen sind wie 1922 und 1926 festgeschrieben, sicher ideal.
Rüden mit 40 kg und darüber, Hündinnen mit 35 kg und darüber sind nicht mehr gebrauchstüchtig und treten im Ursprungsdienst unserer Rasse, d.h. im Hütedienst nicht auf.
Die letzten beiden Präsidenten haben unsere Rasse in einen genetischen Engpass geführt. Bei vielen Spitzenhunden ist eine Inzucht auf die gewichtssteigernde d.h. die Rolf-Familie über viele Generationen mit einer Anhäufung von 10 bis 20 mal und darüber keine Seltenheit.
Der neuen Vereinsführung und besonders dem neuen Vereinszuchtwart fällt die schwere Aufgabe zu, die Rasse vorsichtig aus diesem Engpass herauszulenken, ohne das Kind mit dem Bade auszuschütten.
Genotypendatenbank
Der Gentechniker der diese Datenbank einspeisen soll, kann nur dann positive Arbeit für die Rasse leisten,
wenn er in seiner Arbeit von einigen alten, erfahrenen Züchtern begleitet wird, Je weiter ihre Erinnerungen und Erfahrungen
in die Vergangenheit zurückreichen je wertvoller wird ihre Mitarbeit sein.
Die genetische Vielfalt unserer jungen Rasse wird der Vereinsführung sicher von Nutzen sein,
um die Versäumnisse der letzten sieben Jahrzehnte auszubügeln.
Hoffen wir, dass die Vereinsführung, uns dem leistungsorientierten Lager die Gelegenheit lässt, den guten,
oft grauen Gebrauchshund weiter zu verbessern und in Form und Gebrauchswert auf das vom Rittmeister festgeschriebene
gemeinsame Ziel zu führen.
gez. Martin Schmitt
Die Ausführungen von Martin Schmitt sind wie eingangs erwähnt, bereits
5 Jahre alt, haben von der Aktualität nichts verloren. Ich befürchte das dies in weiteren 5 ja sogar 20 Jahren
ein ebenso aktuelles Thema sein wird. Eine Annäherung der beiden Lager scheint mir nicht gewollt und leider
auch aus finanziellen Gründen nicht machbar.
Nach dem Motto: wer einmal an dem Fleischtopf sitzt, gibt ihn freiwillig nicht auf.
Herbert Born
Von Herbert Born
Diese Frage beschäftigt viele Liebhaber dieser wohl einmaligen Rasse.
Wiederum viele beantworten diese Frage, indem sie sich einer anderen
Rasse zuwenden.
Weshalb und warum stellt sich diese Frage überhaupt?
Absolut unumstritten ist die Tatsache, dass die Schöpfer des Deutschen Schäferhundes und allen voraus,
Rittmeister Max von Stephanitz einen Rassehund schufen, der sich weltweit als der beste Gebrauchshund einen Namen machte.
Ihn zeichnete seine vielseitige Verwendungsmöglichkeit aus der ihn als Herdengebrauchshund und als Diensthund bei
Behörden, als Katastrophen,
Lawinen, Blindenhund usw. so unentbehrlich machte.
Seine Schöpfer haben mit Überlegung, Fachwissen und aus gemachten Erfahrungen einen Rassestandard
festgeschrieben der heute noch Gültigkeit hat.
Der Deutsche Schäferhund zeichnet sich aus durch mittlere Größe und Kraft, sowie
Vielseitigkeit in Gebrauch und Aussehen. Seine Farbgebung reicht von schwarz, schwarz-gelb, schwarz-braun bis
viele Nuancen aller Grautöne.
81% des gesamten Zuchtbestandes waren graue Hunde die das Fundament unserer Rasse bilden.
Vor allem die Gebrauchstüchtigkeit war und ist den Gründungsmitgliedern des SV der wichtigste Faktor gewesen
denen ihre Überlegungen galten und die in der Zuchtordnung und Festlegung des Rassestandards ihre Niederschrift fanden.
Es obliegt von Anfang an, den Amtsträgern, Leistungsrichtern, Zuchtrichtern und Körmeistern auf Einhaltung des Rassestandards.
Ihn zu halten und zu bewahren hat Gültigkeit und wir sind dies den Gründern schuldig.
Ein ganz wichtiger Schritt, dem Züchter ein Instrument in die Hand zugeben um seine Deckpartner zu finden, bzw.
seine Paarungen überlegt zu gestalten,war die Einführung der drei großen Hauptveranstaltungen.
Denn zur Siegerschau, kam alsbald auch die Siegerprüfung und das Hauptleistungshüten hinzu.
Die hier erfolgreichen Hunde sollten und sollen die Zucht der folgenden nächsten Jahre prägen und die Rasse
entsprechend verbessern.
Ganz besondere Verantwortung obliegt den jeweiligen Präsidenten, da gerade sie es sind, die mit der Platzierung
und Reihenfolge,
der Herausstellung der Auslesegruppen die Zuchtrichtung vorzeigen.
Nun stellt sich die Frage, warum die Diskussion um die
heutige Gebrauchstüchtigkeit?
Wieso wird die Leistungsfähigkeit des Deutschen Schäferhundes
plötzlich angezweifelt?
Haben Verantwortliche bewusst oder unbewusst Fehler gemacht?
Für viele denen die Leistungsfähigkeit unserer Rasse am Herzen liegt,
ist inzwischen klar, dass die beiden letzten Präsidenten des SV nicht
zum Gesamtwohl der Rasse, sondern eher sehr unglücklich gewirkt haben.
Es ist eindeutig, daß in den letzten zwei Jahrzehnten unsere gesamte Population
immer größer und nicht dagegen eingeschritten wird.
Uns werden 67 bis 68 cm große Rüden als 65 cm groß verkauft und als groß umschrieben.
Während 64,5 cm und 65 cm große Rüden als mittelgroß umschrieben werden.
Es wird hier seit Jahren bewusst gegen die Zuchtordnung verstoßen.
Bei den Hündinnen ist das Verhältnis das Gleiche. Hündinnen von
63 cm und absolutem Rüdengepräge sind auf unseren Schauen die Tagesordnung.
Große und schwere Hunde sind aber nicht mehr gebrauchstüchtig.
Sie sind darauf spezialisiert im Ring zu laufen und nur noch als Traber und im gewünschten Schritt,
ihre Gangwerksprobe mit Bravour zu bestehen.
Diese Hunde wären dem täglichen Hütedienst überhaupt nicht mehr gewachsen,
denn der Rittmeister schreibt klar und deutlich, für jeden nachlesbar,
wie unser Schäferhund
geschaffen sein soll.
Der Präsident Dr. Werner Funk stellte jährlich seine Auslesegruppe nach folgenden Kriterien auf.
Der Ausleserüde sollte Sich in der Regel schon durch überdurchschnittliche Nachzucht
einen Namen gemacht haben.
Er schrieb in der SV-Zeitung: das ein Hund nur so gut sei, wie seine Nachzucht sich präsentiert.
Außerdem wurde wie festgeschrieben nach dem Standard gerichtet, d.h. Standmusterung, Größe, Kraft,
Gehalt, Gangwerksprobe und die unterschiedlichen Belastungen in Schritt und Trab.
Wichtig das gute Pigment und der Ausbildungsstand, SchH-Prüfungen und Körung.
Zusätzlich gab man dem Züchter ein Instrument in die Hand um den
Größenfaktor regulieren zu können. Es wurden Ausleserüden mit 61,5 cm genau wie
Rüden von 64 cm platziert um das angestrebte Mittelmass von 63 cm nicht aus dem
Auge zu verlieren.
Ein Ausnahmehund der damaligen Zeit und ein überzeugender Vererber, der als Junghund schon mit V
bewertet wurde, war Vello zu den sieben Faulen und wurde wegen Übergröße 67 cm abgekört.
Man stelle sich heute vor, alle Rüden die das richtige Körmaß von 67 cm und mehr erreichen
würden abgekört.
Das bedeutet Tschüs für die meisten Spitzenhunde und Ausleserüden!
Aber wann will man denn beginnen mit der Zusammenführung der heute existierenden beiden Lager,
einmal das Leistungslager, d.h. die Schäferhundliebhaber die sich um die Leistungsfähigkeit
unseres Hundes sorgen?
Auf der anderen Seite das Ausstellungslager, das am liebsten auf Ausbildung und die damit verbundenen
Leistungskriterien ganz verzichten würde!
Unsere Vereinsführung hatte sich zur Aufgabe gestellt, durch den Universalgedanken eine Annäherung
der unterschiedlichen Auffassungen zu erreichen.
Aber die Interessen, auch finanzieller Art scheinen dies zu unterbinden.
Wann wird der Standard ernst genommen und danach verfahren?
Der Gründer unserer Rasse schreibt in seinem Werk: Bei der Hundezucht gilt es durch planmäßige Zusammenstellung der
Elterntiere vervollkommnete, sicher vererbende Leistungsstämme zu schaffen und
Tiere zu züchten, die in zweckmäßiger Körpervollendung und dadurch erzielter erhöhter Leistungsfähigkeit
ihre Vorfahren übertreffen; die ferner auch in bezug auf von ihnen gewünschte Gebrauchsleistungen eine
sichere Überlieferung, möglichst aber auch eine Vervollkommnung dem Stamm inneliegender,
ererbter Eigenschaften und Anlagen aufweisen.
Diese Aussagen treffen auf unsere heutigen Hochzuchthunde nicht mehr zu, da bei ihnen von einem
Leistungsstamm gewünschter
Gebrauchsleistungen und deren inneliegender ererbter Anlagen nicht mehr zu reden ist.
Die Auslesegruppen der sechziger und siebziger Jahre zeigten außer der tatsächlich vorhandenen Mittelgröße, einer Vielfalt von genetischen Möglichkeiten auch noch die gewollte Farbenvielfalt unserer Rasse.
Einige Ausleserüden um die Farbunterschiede zu dokumentieren..
Es waren schwarze Ausleserüden z.B. Frei von der Gugge,
WT:22.03.66, Größe: 63 cm (Vello sieben Faulen –Enkel
Dunkelgraue, wie Bert vom Haus Knüfken grbA WT:18.10.62, Größe:61,5 cm (
Ingo Schinklergrenze, Hein Richterbach,Hektor Busecker Schloß)
Cello aus den Winsbergen grdgew WT:25.10.63, Größe: 63,5 cm
Gezüchtet nach Alf aus der Schwalestadt
Arno vom Erlenbrunnen WT: 02.03.71, Größe: 64,5 cm (harte Leistungslinie über Rolf Schlackenbrunnen,
Jalk Fohlenbrunnen, Vello
Sieben Faulen und Veit Busecker Schloß
Schwarzgelbe, bzw. schwarzbraune wie Quido vom Haus Schütting sgrA WT: 24.09.61, Größe: 63 cm
(gezogen über Sieger Zibu Haus Schütting, Mutterlinie Jonny Riedperle und AlfNordfelsen)
Bernd vom Lierberg sbA WT:16.03.62, Größe: 64 cm (über Vater: Vello sieben Faulen,
Mutter: Betty Eningsfeld zu dem Leistungssieger Arko Riedersknapp, V auf BSZ und BSP)
Hanko von der Hetschmühle sg WT: 04.06.62, Größe: 63 cm ( Witz Haus Schütting/Bub z.d. sechs Fidelen, Inzucht: Hein Richterbach 3-3)
Heiko von Oranien Nassau sgA WT: 09.04.66, Größe 63 cm der zweimalige Sieger ( über Alf Convent und Klodo Eremitenklause)
Mutz von der Pelztierfarm, sggrAM WT: 03.05.68, Größe 63,5 cm ( Alf Nordfelsen und Gero Haus Elkemann –Nachkomme)
Marko vom Cellerland sgA WT: 03.05.68, Größe 64 cm ( gezüchtet nach Cyrus Baltikum und Veus Starrenburg)
Quanto von der Wienerau, sg WT:31.03.67, Größe 63 cm (Vater Condor Zollgrenzschutzhaus, Mutterlinie über Lido Wienerau, Jalk Fohlenbrunnen, Vello sieben Faulen)
Sein Sohn Dick von Adeloga, sgM WT: 31.03.71, Größe 64 cm (ein Quanto Wienerau-Sohn, in der Mutterlinie Dago Schloß Dahlhausen, über Jalk zu Vello, mit einer Inzucht: Jalk Fohlenbrunnen 4-4),
die das Bild der Auslesegruppen der 60iger und 70iger Jahre mitprägten.
Ein Rüde der damaligen Zeit der oft, ja sogar mehr als viele Ausleserüden genutzt wurde,
war Canto von der Wienerau, sb WT:19.09.68, Größe 63 cm, Canto wurde bei der Erstankörung in Kkl.2
angekört mit Kampftrieb vorhanden und wird als etwas zurückhaltend beschrieben. Sein Vater Hein vom
Königsbruch war für die Auslese vorgesehen, versagte aber bei der Kampftriebüberprüfung völlig.
Die Mutterlinie über Liane Wienerau, Jalk, Vello ist absolut in Ordnung.
Wie soll ein Hund dem selbst fehlender Kampftrieb bescheinigt wird und dessen Vater ein absoluter
Versager war, Nachkommen vererben, die sich als Leistungshunde auf großen Prüfungen bewähren.
Denn bis in die siebziger Jahre gab es keine getrennten Lager. Aus vorgenannten Rüden wurden sehr viele Nachkommen auf Ausscheidungen und Siegerprüfung geführt. Viele Auslesehunde und Sieger wie Alf vom Nordfelsen, Veus von der Starrenburg und Bodo vom Lierberg waren Väter erfolgreicher BSP-Teilnehmer.
Der damalige Präsident Dr. Christoph Rummel führte vier sogenannte Hochzuchtlinien ein, die vermehrt genutzt werden sollten.
Dies waren die Linien:
Warum wurde keine 5. Linie geschaffen, die über Bernd vom Lierberg einen Rüden hätte vorweisen können, der nachweislich hervorragend vererbte. Bernd ist bis heute die Ausnahme geblieben, der VA erreichte und gleichzeitig Vorzüglich auf einer BSP. Er vererbte mit Seffe vom Busecker Schloß eine VA-Hündin und mit Betty vom Bonsdorf eine zweimalige Bundesleistungssiegerin und viele andere erfolgreiche Hunde. Hatte die Bernd-Linie keine Lobby?
Der Nachfolgepräsident Hermann Martin stellte in den ersten Jahren seiner Amtszeit die gesamte
Zucht unserer Rasse auf nunmehr nur noch zwei Säulen und führte mit der Quanto und Canto-Linie die
heute noch gültige absolute Hochzucht ein. Dies führt zu einem genetischen Engpass da sie sich
in der Mutterlinie über den L-Wurf Liane/Lido von der Wienerau auch noch sehr ähnlich sind.
Eine vermehrte Inzucht dieser Stämme ist die logische Folge und für jedermann nachlesbar,
der eine Ahnetafel dieser Linien studiert.
Das kann sich keine Rasse der Welt erlauben, sein gesamtes Zuchtpotential auf zwei Rüden-Linien zu fixieren. Wobei diese Linien von der Härte und Leistungsbereitschaft viele Defizite vorzuweisen haben. Dies führt unweigerlich zu einem Verlust der normal gewünschten Robustheit, Härte und Belastbarkeit. In der Folgezeit wurden unsere hochbewerteten Hunde der Siegerschau immer größer, bei den Rüden genau wie auch bei den Hündinnen.
Es gab schon sehr früh in den siebziger Jahren kluge und sehr erfolgreiche Züchter die davor warnten
nur mit wenigen hochbewerteten Schauhunden den schnellen Erfolg anzustreben und wichtige
oftmals graue Altblutstämme mit excellenten Leistunganlagen aus der Zucht zu verdrängen
Einer dieser Verfechter war unser allseits verehrter Züchter " vom Busecker Schloß ", Alfred Hahn.
Er bewies immer wieder, das es möglich ist, vorzügliches Gebäude mit Leistung zu verbinden. Seine züchterischen Erfolge auf dem Ausstellungs- und Leistungssektor sind unumstritten.
Viele der heute bedeutenden Arbeitslinien führen Hunde " vom Busecker Schloß ".
Sogar der Ausleserüde Timo vom Berrekasten“ führt über seine Mutterlinie, Hunde des Zwingers " vom Busecker Schloß ".
Durch die immer schneller wechselnden Generationen der Hochzuchthunde, die oft schon mit zwei Jahren,
durch die DNA-Analyse wissen wir, sogar
schon oft unter zwei Jahren in die Zucht gehen, manche sogar ohne gewisse Zuchtvoraussetzungen!
Wie ist das möglich?
Hochplatziert auf Siegerschau in Jugend oder Junghundklasse reicht oft aus, um als Deckrüde sofort nach
Erreichen der 24 Monate?! gefragt zu sein. Dadurch sind natürlich schnellere gewünschte
Zuchterfolge in Gebäude und Veränderungen gleich welcher Art zu erzielen.
Schauen wir uns doch mal unsere heutigen Zuchtsäulen, einige Ausleserüden mit
Größe und Inzuchtangaben an, so sieht man sofort wohin der Weg uns führt!
Gleiche Größe und bis zu sechs und mehrmals den gleichen Inzuchtahnen beweist,
hier beginnt der Tanz auf der Rasierklinge.
Wo bleiben Hinweise der Vereinsführung, nach Möglichkeiten einer sinnvollen Blutanlehnung?
Wie will man wieder auf ein normales Größenmaß unserer Hunde?
Wo bleiben Hinweise nach einer Verbesserung der Gebrauchstüchtigkeit?
Es kann doch nicht sein, dass die einzige Sorge unserer Vereinsführung darin besteht,
den Schäferhund noch schöner zu züchten und seine Merkmale die ihn
weltberühmt und zum Gebrauchshund Nummer eins werden ließen, völlig ausrotten zu wollen.
Aber man sollte die Hoffnung nie aufgeben, es wäre ja möglich das der eine oder andere Funktionsträger
sich an die Auflagen der MÄNNER erinnert, die unseren Hund mit seiner
ganzen einmaligen Ausstrahlung und seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten geschaffen haben.
Ein Leistungsrüde muss bevor er in die Zucht geht, seine Leistungstüchtigkeit auf LGA und BSP oft mehrmals beweisen und ist in der Regel dann zwischen vier und sechs Jahre alt. Vorausetzung ist die für den Leistungszüchter erkennbare stabile Leistungsveranlagung und Belastbarkeit bis ins höhere Alter. Leistungsrüden werden oft noch mit zehn bis zwölf Jahren als Zuchtpartner genutzt.
Beispiele sind hier einige Leistungsvertreter der BSP:
Crok vom Erlenbusch, Kkl.2, 64 cm Inz: ohne
Aik vom Haus Cindy, Kkl.1, 63 cm Inz: ohne
Arek vom Stoffelblick, Kkl.1, 64 cm Inz: 7 versch. Inzuchten in der 4. und 5. Generation
Troll von der bösen Nachbarschaft, Kkl.1, 64 cm Inz: Anderl kl. Pfahl
4-3, Flora Eichelbrunn 5-4, Nico Haus Beck 5-5
Fero v. Zeuterner Himmelreich, Kkl.1, 65 cm Inz: Veus Starrenburg 5-5
Racker vom Itztal, Kkl.1, 63,5 cm Inz: Edo Gehrdener Berg 5-5
Xato von der bösen Nachbarschaft, Kkl.1, 65 cm Inz: Anderl kl. Pfahl
3-4, Boss Kreuzbaum 4-5
Arec vom Bunsenkocher, Kkl.1, 62 cm Inz: L-Wurf Wienerau 5-5, und Bernd Lierberg 5-5
Drigon vom Fuhrmannshof, Kkl.1, 63,5 cm Inz: S-Wurf v. Buttlar 3-3, sowie insgesamt 8
Inzuchten unter anderem Hein Richterbach und Alf Nordfelsen vorwiegend in der 4. und 5. Generation.
Demgegenüber nun einige Daten von Ausleserüden
Ursus von Batu, 65 cm, Inz: Dax Wienerau 5-5,5 Odin Tannenmeise 3-3 Palme
Wildsteiger Land 5,5,5,5-5,5 Q-Wurf Arminius 4,4,4,4 Uran Wildsteiger Land 4,5-5
Hobby vom Gletschertopf, 65 cm, Inz: Fina Badsee 5,5-5,5 Irk Arminius 4-5 Lasso di Val Sole 5-5,
5 Nick Wienerau 5,5-5,5 Palme 4,4-4,4,5 Uran 3-4 Wilma Kisselschlucht 5-5 X-Wurf Arminius 4,4-5
Jeck vom Noricum, 65 cm, Inz: Canto Wienerau 5-5 Dick Adeloga 5-5
Flora Königsbruch 4,5-5 Palme 3-3
Enzo vom Buchhorn, 65 cm, Inz: Palme 5,5,5-5 Tell gr. Sand 4-4 Uran 4-4,5
Lasso vom neuen Berg, 64 cm, Inz: Lasso di Val Sole 5-5,5 Palme4,4-4
Q-Wurf Arminius 3-3 X-Wurf Arminius 4,5-4
Timo vom Berrekasten, 65 cm, Inz: Palme 5,5-5 U-Wurf Wildsteiger Land 4-4
Timo ist vom Pigment als grauer Rüde
die einzige farbliche Alternative zu dem gesamten schwarz-gelb/braun der Canto/Quanto-Linie.
Er führt als Auslesehund für viele sicherlich nicht nachvollziehbar die robuste graue Arbeitslinie mit
Dax von der Kesmarker Tränke in der vierten Generation und dessen Vater Sieger Racker vom Itztal.
Seine Großmutter Heike vom Lippischen Norden entstammt Rocco und Vari Busecker Schloß
und ist ingezüchtet aud die Auslesehündin Seffe Busecker Schloß und damit auf Bernd Lierberg.
Hier wären Möglichkeiten vorhanden, züchterisch auf dieser Linie aufzubauen und wieder Anschluß an robuste,
leistungsbereite und belastbare Schäferhundstämme zu finden.
Es scheint mit der richtigen Einstellung doch möglich zu sein, das Motto von Alfred Hahn " ein schöner darf ruhig gut sein und ein guter darf ruhig schön sein "
umzusetzen und einen gefällig aussehenden gut funktionierenden Deutschen Schäferhund zu züchten.
Man muß nur wollen und sich der alten Arbeitslinien erinnern und gebrauchen.
Ich möchte meine Ausführungen schließen mit der Aussage von Rittmeister
Max von Stephanitz.
Schäferhundzucht ist Gebrauchshundzucht, muß immer Gebrauchs hundzucht bleiben, sonst ist sie keine Schäferhundzucht mehr!!
Schäferzucht, die in reiner Nutzzucht zur Blütezeit deutscher Schafzucht, also vor 70-80 Jahren, bei einzelnen Stämmen zu Hochzuchten geführt hat, muß auch uns Liebhabern vorbildlich bleiben, weil sie auf gesunder Grundlage schuf, was wir brauchen und wollen: harte, dreiste und leistungsfähige Arbeitshunde.
Herbert Born 01. Juli 2001
Von Karl-Heinz Baumöller
Eine gute Frage, -die aber leider nicht so leicht beantwortet werden kann. Machen wir als erstes mal eine Bestandsaufnahme. Wie schon festgestellt, haben wir auf der einen Seite den Schausektor mit Hunden die wegen ihrer unterentwickelten Triebanlagen, ihrem geringen Belastungswert und ihrer mangelnden Arbeitsbereitschaft, weder von Behörden noch zum Sport gebraucht werden können und deshalb das Prädikat Gebrauchshund eigentlich nicht führen dürften. Wenn auch nicht in Gänze, so doch zum aller größten Teil. Denn ein Hund ist nicht nur deshalb ein Gebrauchshund, weil er im Kreis laufen kann. Das ist beileibe etwas wenig. Wer ohne Unterlass den Deutschen Schäferhund als den besten Gebrauchshund der Welt anpreist, der muss das auch beweisen. Oder man muss deklarieren das dieser Hund wegen seiner Abstammung wahrscheinlich nicht als Gebrauchshund zu gebrauchen ist. Das wäre ehrlich den Leuten gegenüber die neu zu uns kommen und noch nicht wissen das es im SV zwei Populationen von Deutschen Schäferhunden gibt. Die nicht wissen, auch nicht wissen können, dass es Gebrauchshunde gibt, die nur nach ihrem Erscheinungsbild gezüchtet wurden. Die sich auch nicht vorstellen können, dass eine Selektion nur nach dem Phänotyp stattfindet, dass die Selektion seiner Gebrauchsfähigkeit nur scheinbar erfolgt. Denn weder bei den Prüfungen, und schon gar nicht bei den Körungen findet eine echte Selektion statt. So ist es nicht verwunderlich, dass die meisten Austritte aus dem Verein bei Leuten stattfinden die weniger als fünf Jahre im SV sind. Wer danach noch im Verein ist, kennt die Gepflogenheiten und weiß, dass es in einem Verein zwar noch keine zwei Rassen, aber doch zwei Populationen gibt. Er kann sich dann, oder hat sich dann, entschieden für diese oder jene Seite. Er hat in den fünf Jahren gelernt ,dass der Gebrauchshund das Prädikat "Vorzügliche Auslese" erlangen kann, wegen seines Erscheinungsbildes, nicht aber wegen seiner Leistungsfähigkeit. Er hat aber auch gelernt, dass der Hund mit dem Prädikat "Vorzügliche Auslese" weder selbst Leistung vollbringen kann, noch kann er sie vererben. Denn weder über seine Vaterlinie, noch über seine Mutterlinie findet er Hunde die zu dem fähig waren wofür sie eigentlich gezüchtet wurden: Arbeitsfähigkeit und Arbeitsbereitschaft. Denn das müsste selbst jeder Laie verstehen, dass der Hund bei dem über Generationen keine Leistungsauslese stattgefunden hat, auch keine Leistung vererben kann. Wenn aber doch bei einigen Tausend mal einer dabei ist, ist das eine Laune der Natur, aber keine planvolle Gebrauchshunde-Zucht. Unter planvoller Tierzucht ist Selektion unerlässlich. Wo aber ist die Selektion beim Schäferhund? Es soll mir keiner sagen bei unseren Prüfungen oder Körungen. Was dort geprüft wird ist das Minimalste, wenn überhaupt. Die Vereinsprüfungen in manchen Ortsgruppen sind Lachnummern. Es sind immer dieselben Ortsgruppen und immer die selben Richter. Man könnte dem einen Riegel vorschieben, aber wer will das? Man könnte Richter zuteilen, aber dagegen wehren sich diese Leute mit Erfolg, und so haben die Manipulationen ein nie gekanntes Ausmaß angenommen. Also wird es weiter gehen mit den Scheinprüfungen und den Scheinkörungen. Es wird weiter gehen mit der Zucht von Gebrauchshunden die zu nichts zu gebrauchen sind. Das ist Fakt.
Wenn etwas geändert werden sollte, wenn die beiden Populationen wieder zusammen geführt werden sollten, was mehr als unwahrscheinlich ist, dann ginge das nur mit einem Zuchtprogramm über dreißig Jahre. Denn mit einem Pokal auf der BSP und etwas mehr Schutzdienst auf der BSZS wird das nichts. Hunde die zur Zucht zugelassen werden sollen, müssen sich auf einer ZTP beweisen. Auf einer Prüfung die von der Landesgruppe veranstaltet wird, nicht von einem Leistungsrichter abgenommen der sehr wohlwollend ist, sondern von einem Leistungsrichter der diesen Namen auch verdient, die gibt es auch.
Auf der anderen Seite dürften in fünf Jahren nur noch angekörte Hunde zur BSP. In weiteren fünf Jahren, also in 10 Jahren, müssen die Hunde auf der BSP eine Schaubewertung mit Sg nachweisen. In weiteren fünf Jahren müssen die Hunde der BSP an einer LG Schau teilgenommen haben und mindestens ein Sg erhalten haben. So oder ähnlich müsste es von statten gehen wenn wir den gesunden, ansprechenden und Leistungsstarken Deutschen Schäferhund züchten wollen. Aber dazu wird es mit Sicherheit nicht kommen. Denn das eine Lager denkt nicht daran Gebrauchshunde zu züchten, die man auch gebrauchen kann und das andere Lager denkt nicht daran die Anatomie ihrer Hunde zu verbessern. Dabei steht gar nicht zur Debatte ein Gebäude wie die Hunde von der BSZS, nein nur eine bessere Vorhand. Es bleibt sich dabei gleich ob aus Unkenntnis oder Gleichgültigkeit, es geht zu Lasten der Rasse. Umgekehrt denkt die andere Seite nicht im Traum daran die Leistungsfähigkeit ihrer Hunde zu verbessern, warum sollten sie auch, denn die gesamten Körmeister kommen aus ihrem Lager, was bedeutet, dass sie ihre Hunde angekört bekommen egal wie sie lutschen. Ach ja Prüfung? War das schon mal ein Problem? Nein, - einen gnädigen Richter findet man immer. Den Beweis das dem so ist hat man schnell erbracht. Ende der achziger Jahre gab es einen Hund über die Hochzucht, oben wie unten, der 87 Dritter und 89 Zweiter wurde auf der Bundessiegerprüfung "Cliff vom Hühnegrab" sein Name. Es waren vorwiegend Züchter aus dem Leistungsbereich die dort zum Belegen waren. Für die Züchter der Hochzucht kam er nicht in Frage, er ist auf der BSZS 88 in Bremen nur V 61 gelaufen, das war für die Züchter der Hochzucht zuwenig. Nein, - VA muss es schon sein. Denn das ist das erstrebenswerte Ziel, -VA. Nicht weil die Rasse damit verbessert würde, nein weil es dann in der Kasse klingelt. Es gibt heute keinen vernünftigen Grund mehr für das Prädikat " Vorzügliche Auslese ". Es verengt die Genetische Vielfalt von der so viel gesprochen wird, aber die nicht beachtet wird. Der Auslesesieger 2000,Ursus Batu, ist 6 X ingezogen auf Palme. Man kann es kaum glauben. Aber es ist wahr.
Da nicht zu erwarten ist, dass die beiden Populationen wieder zusammen finden, sondern im Gegenteil immer weiter auseinander gehen, wäre es nicht mehr als recht, dass die Leistungsseite ihre eigenen Körmeister hat. Denn es ist ja allgemein bekannt, dass die Schauseite ihre eigenen Leistungsrichter hat. Das hört sich im Moment gewöhnungsbedürftig an, wäre aber normal. Es gibt Körmeister, Namen will ich im Moment nicht nennen, die voller Verachtung von grauen Hunden sprechen. Was also hat ein grauer Hund bei so einem Körmeister für einen Ausguck? Keinen KKL 2. Auch die Arroganz die manche Körmeister, nicht alle, den Leistungsleuten gegenüber an den Tag legen übersteigt das Maß des erträglichen. Warum also nicht gleich eine Trennung der Körungen? Die Forderung von der Schauseite, unsere Hunde müssen 3 X Sg bei drei verschiedenen Richtern laufen bevor sie zur Körung dürfen wird immer heftiger. Wehret den Anfangen!! Es wird das Ziel der Schauseite bleiben, die beiden Populationen zu vereinigen auf dem Niveau der Hochzucht. Das kann es ja wohl nicht sein. Es ist keine Frage, dass wir die Anatomie unserer Hunde verbessern müssen, aber hin zu einem besseren Gebrauchsgebäude, nicht aber zu einem Phantasiegebilde. Ich stelle ihnen hier drei Rüden vor, die alle drei an BSP teilgenommen haben. Die alle drei in KKL 1 gekört sind. Schöner braucht kein Hund zu sein, wenn sie wollen besser, aber nicht schöner. In schwarz " Wotan v.Bärenfang ". In grau "Aly v.Vordersteinwald ". In schwarz/gelb " Feivel v.Schelmentunn ". Alle drei haben sowohl vom Gebäude wie von der Leistung gute und ansprechende Hunde vererbt.
Es ist keine Frage, man kann über eine Rasse geteilter Meinung sein, man kann aber nicht geteilter Meinung darüber sein, wie man in der Zucht ein Ziel erreicht: Selektion! Das weiß man bei den Hochzuchtzüchtern sehr gut. Denn den Standart den sie heute haben, ob richtig oder nicht, ist das Ergebnis des Sortierens. Wohl gemerkt im Gebäude. Nicht aber in der Leistungsbereitschaft. Hier ist der minimalste Selektionsfaktor angelegt worden wenn überhaupt. Dabei darf nicht übersehen werden, dass es sich bei dem Deutschen Schäferhund um einen Gebrauchshund handeln soll. Die Betonung lieg hier eindeutig auf soll. Man unternimmt von Seiten des SV Vorstandes alles um die Behörden bei der Stange Deutscher Schäferhund zu halten. Man beruft in jeder Landesgruppe einen Behördenbeauftragten nur auf die Idee, dass man Hunde züchtet, die von den Behörden auch gebraucht werden können, kommt man nicht. Das deutsche Behörden Deutsche Schäferhunde in Polen und Ungarn kaufen müssen, will man kaum glauben. Das die Polizei in Niedersachsen zum ersten mal mehr Malinois gekauft hat als Schäferhunde stimmt mich traurig. Aber wenn dann immer noch in der SV Zeitung vom besten Gebrauchshund der Welt gesprochen wird, stellt sich mir die Frage, wer hat soviel Chutzpe das zu schreiben? Sicher gibt es heute noch mehr gute Schäferhunde als Malinois, aber es werden auch 10 mal mehr Schäferhunde gezüchtet als Malinois. Wenn der Deutsche Schäferhund seine Position als bester Gebrauchshund behalten will, muss ein umdenken stattfinden. Das Genetische Potential ist noch vorhanden. Nutzen wir es. Die Frage " wie " muss auf den Tisch, es muss darüber Diskutiert werden was geschehen soll. Ob wir bei den zwei Populationen bleiben wollen oder ob wir in ferner Zukunft diese beiden Populationen wieder vereinen wollen. Egal wie auch immer, wir sollten nur ehrlich sein. Es darf nicht sein, dass der Einzelne nur SEINEN Vorteil sieht. Es muss wieder so sein, dass da wo Gebrauchshund draufsteht, auch Gebrauchshund drinn ist.
Oktober 2002
Karlheinz Baumöller
Von Ursula Zabel
Wie konnte es passieren, dass Dr. Helmut Raiser abgewählt wurde?
Eine Zusammenfassung aus persönlicher Sicht
von Ursula Zabel
Fakten statt Gerüchte heißt es seit zwei Jahren nach einer " normalen " Bundesversammlung in der Landesgruppe Nordrheinland. Fakten statt Gerüchte ist der Titel eines Informationsabends, an dem die Delegierten der Landesgruppe die interessierte Basis über Tatsachen informieren, aber auch über ihre eigene und persönliche Sicht auf die Abläufe einer Bundesversammlung.
Dieses Mal gebe ich aus zeitlichen Gründen schriftlich einen Bericht ab, der auch Mitgliedern aus anderen Landesgruppen zur Verfügung steht. Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.
Die Fakten
Am 25. Januar 2004 versammelten sich die Delegierten der Landesgruppen in
Augsburg zu einer außerordentlichen Bundesversammlung und die Fakten sind ganz einfach darzustellen:
§ Im Vorfeld wurde vom SV nicht über das Stattfinden einer außerordentlichen Bundesversammlung berichtet.
§ Soweit mir bekannt, gab es auch in den Landesgruppen, wenn überhaupt, lediglich Mitteilungen, dass eine außerordentliche Bundesversammlung stattfinden würde.
Es gab keinerlei Informationen über die Tagesordnung Bundesversammlung.
§ Noch am Sonntagabend, nach der Bundesversammlung, informierte die Hauptgeschäftsstelle auf der Homepage des SV über folgende Tatsachen:
1.Es hat eine außerordentliche Bundesversammlung in Augsburg stattgefunden.
2.Der einzige Punkt der Tagesordnung war die Abberufung des Bundeszuchtwarts, Dr. Helmut Raiser, aus dem Amt aus wichtigem Grund.
3.Die Abwahl hat stattgefunden (61 Stimmen für die Abwahl, 34 Stimmen dagegen)Soweit die Fakten.
Aber diese Fakten allein erklären nicht, was wirklich passiert ist
Informationen für die Basis!
Unter Federführung der ZG Züchtergemeinschaft wurde die Basis im Vorfeld informiert. Sollte die Vereinsführung
um Herrn Henke herum tatsächlich angenommen haben, dass dies nicht geschehen würde, so war dies töricht.
Zu Zeiten von Hermann Martin als Präsident hat die einseitige Ausrichtung des Deutschen Schäferhundes auf einen Einheitstyp zum Widerstand von Züchtern geführt. Der Deutsche Schäferhund, von Beginn an als Allrounder gezüchtet, lässt sich nicht auf einen Einerlei minimieren: Die ZG Züchtergemeinschaft um Eugen Ecker entstand. Versuche, sie zu unterdrücken, sie zu verbieten und die Angehörigen dieser Züchtergemeinschaft zum " Abschwören " zu bewegen, schlugen sämtlich fehl.
Nebenbei, gar nicht beabsichtigt, aber heute vielleicht die wichtigste Leistung der Züchtergemeinschaft: Es bauten sich neue Kommunikationsstrukturen auf. Für jeden Aussteller ist und war es selbstverständlich, dass er sich an mehreren Wochenenden im Jahr, im Extremfall sind es sicher bis zu dreißig, mit Gleichgesinnten auf Ausstellungen trifft. Sieht man sich nicht, gibt es das Telefon. Wenn man sich immer wieder mit den selben Menschen trifft, immer wieder die gleichen Meinungen hört, die gleichen Gedanken austauscht, ist die Gefahr groß, dass man eine " Gruppe " mit " Alle " verwechselt.
Die ZG Züchtergemeinschaft war der erste Ansatz, Kommunikationsstrukturen auch für die Mitglieder, Hundesportler und Züchter aufzubauen, die den Deutschen Schäferhund als Gebrauchshund behalten und fördern möchten. Andere kamen. Uwe Junker schuf die schriftliche Information Namen Durchblick. Aus ihr entstand der Gedanke zu einer anderen Fachzeitschrift, Jürgen Rixen gründete die Zeitschrift Der Gebrauchshund. Uwe Junker gründete die Homepage www.schaeferhund.net und eröffnete ein Diskussionsforum. Ohne das Forum wäre die Kommunikation vor der vergangenen außerordentlichen Bundesversammlung nicht möglich gewesen. Wieder später entstand das Das Schäferhund-Magazin.
Mit diesen Medien und einer ständig wachsenden Anzahl von E-Mail-Adressen, war die Möglichkeit gegeben, zwar noch nicht alle SV-Mitglieder zu erreichen, aber doch zumindest so viele, dass nach dem Schneeballsystem ein größerer Teil von Mitgliedern erreicht werden konnte als je zuvor.
Wie wichtig Kommunikation ist, hatte der Präsident des SV spätestens erkannt, als er die Reaktionen auf die ersten Artikel des neu gewählten Bundeszuchtwartes Dr. Helmut Raiser im SV-Heft bemerkte. Diese wurden sofort unterbunden und das Heft nur noch für die eigene Darstellung genutzt. Aber - siehe oben - zu spät. Informationen lassen sich nicht mehr aufhalten.
Die Basis macht mobil
Diese Informationen führten zu einem unerwarteten Ergebnis. Es war, als ob ein unter Druck stehender Kessel ein Ventil
gefunden hatte: Von überall kamen Anfragen: " Was können wir tun? " Und dann auch: " Ich mache! "
Einige fuhren von Ortsgruppe zu Ortsgruppe, um zu informieren. Andere riefen nicht nur auf, sondern begannen,
Aktionen vor Ort zu organisieren. (Herzlichen Dank Schmidt und Schmitt!) Wieder andere druckten Plakate,
stifteten eine Busfahrt und vieles mehr. So gelang es der ZG Züchtergemeinschaft in nur wenigen Tagen zu informieren und zu einer Unterschriftensammlung aufzurufen. Diese Unterschriftensammlung war ein Riesenerfolg. Bis zum 24. Januar 2004,
16.00 Uhr waren 4203 Unterschriften bei Eugen Ecker eingegangen - und sie kommen noch.
Kurz vorher war Dr. Helmut Raiser aufgrund einer Einladung von Hartmut Zenk Gast in der Landesgruppe Nordrheinland. Auf der Ausbildungswartetagung referierte er stundenlang über Ausbildungskonzepte, Aufbau im Schutzdienst und die Bedeutung der Ausbildung für die Zucht. Auch als die Tagung in den Nachmittag hineinging und er noch einige Worte zur aktuellen politischen Situation sagen wollte, ging kaum jemand nach Hause. Das Ergebnis: Aus dieser Landesgruppe, in der man wusste, für welche Ziele,Dr. Helmut Raiser als Bundeszuchtwart steht, kamen besonders viele Unterschriften.
Aber wofür steht dieser Bundeszuchtwart Dr. Helmut Raiser?
Nach seiner Wahl hatte Helmut seine Freunde aus alten Tagen wieder einmal als Gruppe zusammen gerufen und um Unterstützung
gebeten. Dies macht man ihm jetzt zum Vorwurf! In einer kleinen Arbeitsgruppe, die sich aus Mitgliedern aus allen Bereichen
des Vereins zusammensetzt, wurden zunächst zehn Thesen zur Situation des Vereins und somit zur Aufgabenstellung für einen
Bundeszuchtwart erarbeitet. Helmut hatte vorher, direkt nach seiner Wahl, auch Leonhard Schweikert, seinen Amtsvorgänger
und Zuchtwart von Baden und Peter Meßler aufgesucht und sie gebeten, ihn über die dringlichsten Aufgaben, die im Verein
züchterisch anzugehen sind, zu informieren. Beide sagten ihm ihre Unterstützung zu. Leonhard Schweikerts Unterstützung sah
so aus, dass er nur wenige Zeit später eine Resolution aller Landesgruppen-Zuchtwarte mit unterzeichnete, in der sie Helmut
Unfähigkeit im Amt bescheinigten. Peter Meßler übergab nicht nur Unterlagen über die anstehenden Aufgaben für die neue
Körung, er erklärte ihm auch detailliert Aufgabenstellung, Möglichkeiten und züchterische Perspektiven dieses Zucht lenkenden
Instruments.
Mit seiner kleinen Arbeitsgruppe ging Helmut diese Körmatrix Punkt für Punkt durch, entwickelte sie weiter und hoffte, dass die Mitglieder des Zuchtausschusses die so wichtige Feinabstimmung in der ersten Sitzung des Zuchtsausschusses vornehmen würden. Wir wissen heute: Dies war ein Irrtum.
Thesen, Körmatrix, und nun das überhaupt beeindruckendste, das Helmut Raiser geschaffen hat: Seit Jahren sprechen wir in diesem Verein von Lagern, die einen beschwören sie, die anderen hoffen, dass man die Lagertrennung durch den Universalgedanken auflösen kann. Helmut hat mit seiner Strategie das geschafft, was kaum jemand für möglich gehalten hat. Er hat dargestellt, dass es möglich ist, " Spielwiesen " zu definieren, die es allen Mitgliedern des Vereins möglich machen, sich in diesem Verein zu Hause zu fühlen, zu arbeiten, auszustellen und zu züchten, ohne sich gegenseitig zu hassen, ohne gegenseitige Schuldzuweisungen und trotzdem in Richtung auf ein gemeinsames Ziel: Die Zucht eines Deutschen Schäferhundes nach den Vorgaben des Rassestandards
Dies alles war - wenn auch nicht allen Mitgliedern - im Verein bekannt. Manchen war es nicht bekannt, weil sie an die Informationsstrukturen nicht angeschlossen waren. Manchen war es nicht bekannt, weil sie es nicht hören wollten.
Im Laufe der Monate entwickelte Dr. Helmut Raiser eine weitere Idee: Wir haben zwischen der Anschaffung eines Welpen und dem Ablegen der Schutzhund 1 ein zu großes Loch. Dieses gilt es zu füllen, sowohl im Interesse des Hundessportler, als auch im Interesse der Aktivität in den Ortsgruppen und, und dies vor allem, im Interesse der Zucht. Wir müssen uns um, er nennt sie einfach mal, Kindertests kümmern, die den Leuten Spaß machen, die die Hunde nicht bewerten, sondern beschreiben und die uns Informationen über möglichst viele Hunde unserer Schäferhundpopulation liefern.
Kontakte dazu hat er bereits geknüpft. Es gibt zahlreiche Wesensprofile für Junghunde.
Am bekanntesten ist das Schweizer Modell nach Weidt und Berlowitz.
Am ausgereiftesten dürfte das schwedische Modell sein, der so genannte Mental Test.
Kontakte dazu hat er bereits geknüpft. Es gibt zahlreiche Wesensprofile für Junghunde.
Am bekanntesten ist das Schweizer Modell nach Weidt und Berlowitz.
Am ausgereiftesten dürfte das schwedische Modell sein, der so genannte Mental Test
Wir wissen noch nicht, ob diese Tests 1:1 auf unsere Population zu übertragen sind. Wir wissen nicht, ob wir das Schweizer Modell besser finden. Wir wissen nicht, ob es nicht ein drittes Model gibt, das viel besser ist. Wir wissen nicht, ob wir nicht aus einem oder mehreren Modellen ein eigenes Modell schaffen müssen. Helmut Raiser hat nichts weiter gesagt, als dass wir es uns angucken sollten - und dann darüber reden. Erst dann können wir beschließen und umsetzen.
Wir müssen im Sinne unserer Hunde die wichtigen Themen anpacken. Was nützt es, wenn die Aussteller sagen, eine IPO 1 als Zuchtvoraussetzung ist für uns zu schwierig (oder zu teuer). Da können wir nicht einfach hingehen und sagen:" Das interessiert uns nicht! " Wir müssen uns um die Sorgen unserer Aussteller kümmern. Hier hat Helmut einen Ansatz auch den Schau orientierten Züchtern zu helfen. Unter Umständen ergibt sich aus einem " Kindertest " das Modell einer Zuchttauglichkeitsprüfung, die einen Hund zumindest für wenige Deckakte freigibt. über die Hündin wird noch extra zu reden sein.
Ein Jahr Bundeszuchtwart:
ü Zehn Thesen
ü Intensives Arbeiten an der Körmatrix
ü Eine Strategie
ü Konkrete Aktivitäten im Hinblick auf ein Junghundprofil
ü Kontakt mit der Wissenschaft zur Eruierung molekulargenetischer Optionen
ü Gesamtkonzept mit Ausbildungs-, Helfer- und Richterprogramm
ü Integration von Einsteigern
ü Andenken neuer Instrumente für die Zuchtselektion
Haben wir das schon einmal gehabt? Hatten wir schon einmal einen Zuchtwart, der sich so für die gesamte Zucht ins Zeug gelegt hat? Und innerhalb so kurzer Zeit so viele zukunftsweisende Ideen präsentierte? Und das trotz der Blockaden?
Die Presse wird hellhörig
Zurück zu der Zeit vor der außerordentlichen Bundesversammlung
Die Basis machte weiter mobil. Eine Unterschriftensammlung war nicht genug -
eine Demo in Augsburg am Tag der Bundesversammlung vor dem Dorint-Hotel war nicht
mehr aufzuhalten. Die Presse rief an. Noch bevor wir überhaupt die Möglichkeit
hatten zu reagieren, hatten einige auch andere Medien informiert. So konnten wir
nur noch eine Pressemitteilung herausgeben. Dass diese Pressemitteilung den Kern
der Sache getroffen hat, mag man an den Artikeln in der Augsburger Allgemeinen
erkennen.
(www.augsburger-allgemeine.de)
So reisten wir nach Augsburg an. 3.30 Uhr in der Nacht aufstehen, noch mal Kontrolle, ob die letzten Sachen eingepackt sind. Mein Mann hat alle Hunde versorgt (Danke!) und dann ab nach Köln zum Bahnhof. Eine halbe Stunde später fuhren die anderen aus der OG ab. Ziel: Demo in Augsburg! Das Wetter meinte es nicht gut mit ihnen.
Die Stimmung bei den Delegierten der Bundesversammlung hatte sich erwartungsgemäß verändert. Natürlich sind die Zeiten der ersten Bundesversammlungen mit gegenseitigem Kennen lernen und gegenseitigem füreinander Verständnis aufbauen längst vorbei. An Grüppchenbildung haben wir uns längst gewöhnt. Dass jetzt die Anzahl derjenigen, die sich nicht mehr in die Augen schauen und die sich nicht mehr Guten Tag sagen mögen, zunimmt, war zu erwarten - trotzdem empfinde ich es nicht als normal.
Die Demo
Gegen 13:00 Uhr, die Sitzung sollte beginnen, sah man draußen auf dem Hang vor
der Fensterfront durch die zugezogenen Vorhänge hindurch Menschen,
Plakate und es dauerte nicht lange, bis ein Pfeifkonzert ertönte. Die Zahlen
sind unterschiedlich, aber mehr als 300 Demonstranten waren es mindestens,
die trotz schlechten Wetters, trotz Schnee und Eis, trotz Glatteis,
trotz Schneegestöber nicht nur den Weg nach Augsburg gefunden hatten,
sondern dort auch von 11:30 Uhr an sich aufgestellt und ausgeharrt
hatten in der Kälte und Nässe, bis sie zum Hotel kamen. Die Anzahl war gar
nicht entscheidend. Die Tatsache an sich war mehr als beeindruckend:
Die erste Demo im SV. Traurig, dass es soweit kommen musste. Aber aufbauend,
dass Menschen ohne Eigennutz unter hohem persönlichem, zeitlichem und
finanziellem Einsatz soweit gegangen sind und nur für die Demo nach Augsburg
kamen. Aus ganz Deutschland waren sie angereist. Jede Landesgruppe war vertreten.
Auch die Landesgruppe 16, das Ausland,
hatte es sich nicht nehmen lassen, einige Hundesportler zu entsenden.
Herr Henke war sofort bereit, den Demonstranten gegenüber zu treten. Sie brachten ihre Forderungen vor:
Nach jeder einzelnen Forderung skandierten sie: " Wir fordern! " Da waren es auf einmal nicht mehr 300 Menschen, die dort draußen standen - es klang, als wären es mindestens 1000. Ich spüre noch die Schauder, die mir über den Rücken gelaufen sind und ich war nicht die Einzige, die dort stand und hinterher klar zu erkennen gab: " Das hat mich sehr bewegt. " Worte können das kaum beschreiben.
Herr Henke dankte für das Kommen der Demonstranten, da sie doch gelebte Demokratie dokumentieren würden. Er bat aber auch um Verständnis dafür, dass er das Regelwerk des SV beachten und in der Bundesversammlung den Antrag abarbeiten müsse. An diesem Punkt langte es den Demonstranten und sie wiesen seine Worte als heuchlerisch und verlogen zurück. Ein Pfeifkonzert hub an, das in dem erneuten Ausrufen der Forderungen mit dem zwischendurch skandierten Wir fordern! gipfelte
Die Versammlung
Diese Demonstration mag die Bundesversammlung für etwa eine halbe Stunde aufgehalten haben.
Dann ging es in den Saal und wir begannen mit der Tagesordnung.
Hier beginnt nun für mich als Berichterstatterin, die ihre persönlichen Eindrücke darstellt, ein schwieriger Punkt. Man hat in dieser Bundesversammlung versucht klarzumachen, dass man nicht unbedingt das Recht hat, im Detail über Ergebnisse aus einer Versammlung zu berichten. Mein Demokratieverständnis ist ein anderes, denn schließlich geht es hier nicht um irgendwelche Personal- oder Finanzgeheimnisse. Ich denke, jedes Mitglied dieses Vereins hat ein Recht zu erfahren, was in dieser Bundesversammlung passiert ist. Ich denke, es hat auch jedes Mitglied ein Recht darauf zu erfahren, welche Beschlüsse ein Vorstand eines Vereins fasst. Aber dazu später mehr. Natürlich ist eine Berichterstattung immer subjektiv, aber niemand hindert ein Mitglied daran, sich von mehreren Personen informieren zu lassen.
Die Versammlung begann mit Irritationen, denn vorne am Vorstandstisch saß nicht nur Dr. Helmut Raiser, dort saß auch Heinz Scheerer. Auch wenn Herr Henke auf Nachfrage betonte, dass er ja nur als Landesgruppenvorsitzender abstimmen würde, kann ich nur etwas ironisch eine Bemerkung eines anderen Delegierten wiederholen: Er war der einzige Landesgruppenvorsitzende, der vorne am Vorstandstisch saß.
Die Regularien waren zu erfüllen, z.B. die Teilnehmer festzustellen und dann begann Herr Henke mit einer PowerPoint-Präsentation, die " wichtigen " Gründe für die Abwahl darzulegen.
Eingeladen hatte der Vorstand den Vereinsrechtler Herrn Dr. Reichert und ein Gutachten, das er im Auftrag des Vereins erstellt hatte (von zwei Gutachten war die Rede), wurde immer wieder in Zitaten in der PowerPoint-Präsentation dargestellt. Im Laufe der Darstellung der wichtigen Gründe kam es zu vielen, vielen Details. Dies war ermüdend und führte zu einem weiteren Problem. Helmut Raiser wurde ohne Vorankündigung, ohne Möglichkeit sich vorzubereiten - wie die Delegierten auch - mit Behauptungen konfrontiert, die er jetzt aus dem Stegreif, aus der Erinnerung, unter dem Druck am Rednerpult zu stehen, widerlegen sollte. Lediglich in der Vorstandssitzung hatte man ihm einige Punkte mündlich genannt. Da mag Herr Dr. Reichert auch gesagt haben, dass dies juristisch möglich sei - aber selbst in einer Gerichtsverhandlung hat man Zeit, sich auf erhobene Vorwürfe vorzubereiten.
Helmut Raiser ist es gewohnt im Mittelpunkt zu stehen, er ist in der Lage eine solche Situation besser zu meistern als die meisten von uns - aber auch er hat Grenzen.
Die " wichtigen " Gründe
Die entscheidende Frage war für mich, dass Herr Dr. Reichert ausführte
(schriftlich zitiert an der Leinwand), dass in einem zerstrittenen
Vorstand ein Vorstandsmitglied auch dann aus wichtigem Grund abgewählt
werden kann, wenn dies abgewählte Mitglied nicht schuldhaft gehandelt hat.
Mit anderen Worten,
es können zwar alle jemanden blockieren, aber der Blockierte wird bestraft.
Wir wurden mehrfach darauf hingewiesen, dass die Abwahl nicht nur aus neuen wichtigen Gründen erfolgen sollte, sondern auch eine Bestätigung der Abwahl vom Mai 2003 war. Anfangs hatte es nur geheißen, dass laut Bundesgerichtshofurteil bei einer Abwahl aus wichtigem Grund " hilfsweise " auch Gründe aus der Vergangenheit geltend gemacht werden könnten. Später war es dann stets eine Bestätigung der Abwahl vom Mai.
Das Landgericht Augsburg hatte bei der einstweiligen Verfügung immer wieder darauf hingewiesen, dass Tatsachen, die schon vor der Wahl im Dezember 2002 bekannt waren, nicht zu einer Abwahl aus wichtigem Grund führen können. Dies schien für Herrn Henke überhaupt keine Rolle zu spielen, denn ständig wurden wir mit " Gründen " konfrontiert, die schon vor der Wahl im Dezember 2002 bekannt waren oder aber vor der Abwahl im Mai 2003.
Eine ganz wesentlich Rolle spielte die Tatsache, dass laut Aussage von Herrn Dr. Reichert ein " Geheimnisbruch " oder unkollegiales Verhalten immer ein wichtiger Grund sei. Vom Grundsatz her kann man dem sicher zustimmen. Nur was war konkret der Geheimnisbruch? Herr Dr. Reichert hat selbstverständlich nie gesagt, dass ein solcher vorliege, lediglich die Tatsache an sich hat er dargestellt.
Soweit ich es in dieser Bundesversammlung verstanden habe, bestand der Geheimnisbruch in der Tatsache, dass Helmut Raiser andere Mitglieder des Vereins, von Herrn Henke als außen stehende Personen bezeichnet, von der Tatsache in Kenntnis gesetzt hatte, dass eine Vorstandssitzung am 2. Januar 2004 geplant war mit dem Tagesordnungspunkt einer möglichen außerordentlichen Bundesversammlung mit dem Tagesordnungspunkt Abwahl von Dr. Helmut Raiser aus dem Amt als Bundeszuchtwart aus wichtigem Grund.
Diese Tatsache hat er mit einer Gruppe von Freunden und Beratern diskutiert. Ständig wurde dies in der Versammlung als schwerwiegender Vertrauensbruch dargestellt. Ist man als Bundeszuchtwart wirklich so einsam, dass man nur noch mit Vorstandsmitgliedern reden darf und nicht mehr mit seinen Freunden? In einem anderen Fall hatte eine Person diese Informationen entgegen Helmut Raisers Weisung benutzt und einen (gescheiterten) Antrag auf einstweilige Verfügung gestellt, die Bundesversammlung zu untersagen. Dies, beziehungsweise die Tatsache, dass Dr Helmut Raiser möglicherweise diese Informationen weitergegeben haben könnte, wurde ihm nun zum Vorwurf gemacht.
Außerdem war Helmuts Arbeitsgruppe, mit der er die Thesen, die Strategie und die Weiterentwicklung der Körmatrix erarbeitet hatte, ein " wichtiger Grund " für die Abwahl. Einerseits hatte man Helmut Raiser im Mai vorgeworfen, er habe keine Ahnung von der Zucht. Wenn er sich aber beraten lässt und lernt - dann ist das abzulehnen. Ein Vertrauensbruch? Das können wirklich nur noch diejenigen nachvollziehen, die meinen, dass Verstand etwas mit Amt zu tun hat. Wir anderen müssen lebenslang lernen.
Offensichtlich kein Geheimnisbruch ist es, wenn Vorstandsmitglieder in Vier-Augen- oder auch Sechs-Augen-Gesprächen gemachte äußerungen darstellen und so zu einem wichtigen Grund hochstilisieren. Dies gilt sowohl für Aussagen gegenüber Inge Balonier als auch gegenüber Günther Diegel als auch gegenüber Wolfgang Henke.
Interessant auch am Rande, wenn im Internet, eine Userin, Heike2, von der man annehmen darf, dass sie Herrn Schweikert sehr nahe steht, dort schreibt: " ... und dann muss man erfahren, dass " the one and only " ohne rot zu werden, tausende Euros für " Dienstfahrten " zu Malikörungen, Landesversammlungen und Treffen der ZG großzügig über den SV abrechnet. Da fällt man doch vom Glauben ab. Ist doch klar, dass das auf keinen Fall verbreitet werden darf. Ist für die auf eigene Kosten angereisten Demonstranten schon ein Schlag ins Gesicht." Zu den einzelnen Punkten später mehr, aber von einer Abrechnung einer ZG Veranstaltung, zu der Helmut Raiser als Bundeszuchtwart eingeladen war, war bei der Bundesversammlung nie die Rede! Woher weiß Heike2 das? Herr Schweikert war nicht mehr im Vorstand. Wer hat denn hier mit Außenstehenden geredet? Geheimnisbruch oder ist im umgekehrten Fall alles akzeptabel ?
Detail über Detail wurde ausgebreitet. Einzelne Verfahren, die im Zuchtbuchamt abgearbeitet wurden, Eintragungen von Würfen, Fragen zum Züchterrecht und der Einsendefrist am 49. Tag nach dem Belegen. Ein besonders trauriges Beispiel bot die Tatsache, dass Helmut das Fehlurteil eines Körmeisters bemängelt hatte und dem Hundebesitzer die Möglichkeit eröffnet hatte, ein zweites Mal den Hund bei einem anderen Körmeister vorzustellen. Einige Zuchtrichter und Körmeister feixten, weil offensichtlich bei diesem zweiten Vorstellen das erste Fehlurteil vom zweiten Körmeister bestätigt worden war! Kleine Anmerkung hierzu: Es handelte sich um eine Fehlbeurteilung des Gebisses des Hundes. Der Tierarzt und Helmut als Zahnarzt sind offensichtlich nicht so kompetent wie einige Körmeister.
Ich sehe mich nicht in der Lage, hier alle Vorwürfe zu wiederholen. Aber ich will versuchen, soweit zu berichten, dass die Stimmung und die Tendenzen deutlich werden.
Eine überrumpelungsversammlung
Das große Problem bei den vorgetragenen Vorwürfen war, dass Helmut sich nicht
vorbereiten konnte und er gezwungen werden sollte, ohne Vorbereitung detailliert
zu Dingen Auskunft zu geben, die andere ganz offensichtlich im Detail und in sicher
mühevoller und zeitintensiver Vorarbeit aufbereitet hatten. Es war eine
überrumpelungsversammlung.
Für erfahrene Delegierte war dies nichts Neues. Die Dezemberwahlveranstaltung 2002 war letztendlich ähnlich gelaufen, wobei in meiner Erinnerung es damals noch schlimmer war. Ich weiß nicht, welche Delegierte sich diesmal anders entschieden haben und Helmut zwar im Mai 2003 nicht abgewählt haben, sich jedoch jetzt gegen ihn entschieden. Ich weiß vor allem auch nicht, welche Gründe sie dafür hatten. Ich befürchte nur, dass es bei der Vielzahl an Details sehr schwierig war, einen klaren Kopf zu behalten, ob es sich denn um einen wichtigen Grund handelte.
Dass auch Helmut Raiser Fehler macht, mag für manche überraschend sein - ich halte es für normal. Jeder Mensch macht Fehler. Helmuts Fehlerquote, wenn man den Druck bedenkt, unter dem er seit Monaten steht, ist sehr, sehr niedrig. Für viele Delegierte mag auch Helmuts Art, seine Sprache, seine Wortwahl, sein mit dem Kopf durch die Wand und Ich hab immer Recht! ein großes Problem gewesen sein. Das ist es für mich sehr häufig auch. Aber das haben wir vorher gewusst und das ist kein wichtiger Grund.
Helmut Raiser beansprucht für sich, ein besonders hohes moralisches Niveau einzuhalten. Er spricht aus, wer aus seiner Sicht die Wahrheit sagt – und wer nicht. Die Art und Weise wie er dies macht, gehört zu dem Kapitel: Die Begriffe Helmut Raiser und Diplomatie sind nicht miteinander vereinbar.
Wenn dann in einer Bundesversammlung Helmut betont, dass er erst Reisekosten abgerechnet habe, nachdem er abgewählt worden sei und Herr Tacke dann sagt, dass er Abrechnungen mit Buchungsvermerken aus der Hauptgeschäftsstelle aus den Monaten März und April vor sich liegen habe – dann schmerzt das besonders die, die ihm vertrauen. Denn selbstverständlich gehen alle davon aus, dass Herr Tacke die Wahrheit sagt.
Aber, keiner von uns hat in der Situation gefragt, wofür Helmut Raiser Geld erhalten hat. War es eine Kostenerstattung oder war es eine Spesenabrechnung? Natürlich habe ich seitdem nachgefragt. Helmut Raiser hat mir nochmals versichert: Er hat die erste Spesenabrechnung nach der Bundesversammlung an den SV geschickt. Er hatte nie vor, Spesen abzurechnen. Diese Einstellung hat er nach der Abwahl im Mai grundlegend geändert. Danach hat er alles, was möglich ist, abgerechnet. Mein persönliches Fazit möchte ich in dem Satz zusammenfassen: Ich weiß, dass ich Helmut Raiser glauben kann. Er hat mich in den rund zwanzig Jahren, die ich ihn nun kenne, nicht belogen.
Und bei allen Fragezeichen: Dieses Geld wurde rechtmäßig abgerechnet - niemals ein wichtiger Grund. Helmut wurden also aus Sicht der Hauptgeschäftsstelle fehlerhafte Reisekostenabrechnungen vorgeworfen, mit anderen Worten: Geld, das er nicht bekommen hat.
Helmuts Aussage, dass er das überwiesene Geld auf einem Konto geparkt habe, um es später entweder - sollte er tatsächlich einmal verlieren - für seine Anwaltskosten zu verwenden oder aber - sollte dieser Verein noch zu retten sein - es diesem wieder auf die eine oder andere Art zuzuführen, blieb offensichtlich ungehört.
Sein Wunsch in Meppen, auf einer für ihn, und sicher nicht nur für ihn, Zucht relevanten Veranstaltung als Bundeszuchtwart eine Rede zu halten, war ebenfalls " ein wichtiger Grund ". Dies wurde als störend empfunden. Herr Henke gab an, das er befürchten musste, dass es zu Handgreiflichkeiten am Mikrofon hätte kommen können.
Helmut hatte dann - nachdem alle im Vorstand ihm die Redemöglichkeit verweigerten - auf diese Rede verzichtet. Eine Rede, die nicht gehalten wurde: Ein wichtiger Grund?
Ein Herr, ich meine aus Bayern Nord, gab an, Helmut habe Schutzdiensthelfern bei der Siegerschau in Ulm gesagt, im nächsten Jahr wolle er sie vorbereiten und einstellen, um ihnen dann zu zeigen, wie man unfair Hunde hetzen könne, damit sie aus dem Arm gehen. Wer immer Helmut Raiser auch nur ein wenig kennt: Das ist pure Verleumdung. Sicher sollte ein Bundeszuchtwart die Helfer vorbereiten -aber ein Aufruf zu unfairem Verhalten? Das ist Rufmord.
Mehrere Fälle wurden zitiert, bei denen es um die Eintragung eines Wurfs ging, bei dem eine Übertragung das Züchterrechts nicht bis zum 49.Tag nach dem Belegen beim Zuchtbuchamt angezeigt wurde. Helmut hatte hier qua Amt in Einzelfällen nachträglich Sondergenehmigungen erteilt. Dies rief den Hüter des Zuchtbuchs, Herrn Lux, auf den Plan. Helmut habe gegen die Satzungen gehandelt.
Konkret wurde ihm vorgeworfen, Herrn Lux als Zuchtbuchführer, eine Anweisung, die der Satzung entgegensteht, erteilt zu haben. Wer Herrn Lux auch nur ein klein wenig kennt, weiß natürlich, dass etwas derartiges, wenn es denn so war, an Herrn Lux abprallt. Er kennt seine Rechte und er kennt die Zuchtordnung. Und zu bedenken ist: Zu einer Regel gibt es in einem begründeten Fall meist eine Ausnahme. Wer soll die erteilen, wenn nicht ein Bundeszuchtwart
Außerdem wissen wir dank Herrn Reinhard Meyer seit einigen Jahren: Herr Lux henkt hier die Kleinen und lässt die Großen laufen: Die " erfahrenen " Züchter verschieben da eben den Decktag um eine Woche (oder Wochen) – und schon gibt es kein Problem mit der HG. Ein wichtiger Grund? Wichtig wäre es, Helmut endlich an der Deregulierung arbeiten zu lassen, damit die Züchter sich nicht verbiegen und betrügen müssen.
Der " wichtige " Grund war also eine " Anordnung ", die nicht befolgt wurde?
Ein wichtiger Grund war auch Helmuts Forderung, den Arbeitsvertrag von Herrn Lux zu sehen. Dies wurde ihm verweigert. Dann wurde bekannt, dass er in der LG Niedersachsen den Antrag stellen wird, dass alle Vorstandsmitglieder auf Verlangen den Dienstvertrag einsehen dürfen. Ein weiterer " wichtiger " Grund.
Ja, und dann kamen noch die wirklichen " Hammergründe ": Der Weltartikel sowie, am Freitag vor der Versammlung erschienen, eine Beilage in der Süddeutschen Zeitung „Ciao, Bello“. Auf Nachfrage gab Herr Lux an, dass er die ihm in der Welt zugeschriebenen äußerungen in der Form nicht gesagt hätte. Das ist dann so in Ordnung, zumal Herr Lux einen Brief an den Verlag geschrieben hat!
Sorry, für mich wird hier mit zweierlei Maß gemessen. Aber diese Presseberichte, nicht von Dr. Helmut Raiser geschrieben, sondern von Journalisten der freien Presse, sollen einen wichtigen Grund für eine Abwahl darstellen. Die in diesen Artikeln zitierten äußerungen gehen fast alle auf das Jahr 1996 zurück.
Angriff und Gegendarstellung ja – Debatte nein
Nachdem Herr Henke alle Vorwürfe in einer PowerPoint-Präsentation dargestellt hatte,
hatte Helmut Gelegenheit, Folien auszuwählen und anhand dieser Folien eine
Gegenargumentation zu bringen. Auch während dieser Zeit kam es zu kurzen Zwischenfragen
oder Bemerkungen aus der Bundesversammlung. Eigentlich hätte danach die Debatte
stattfinden müssen sowie weitere Fragen gestellt werden. Zunächst meldeten sich
vier oder fünf Redewillige und bereits der erste oder zweite Beitrag, ich meine
es war der erste, kam erwartungsgemäß: " Ich stelle Antrag auf Ende der Debatte. "
Diesen Job hatte Herr Begier aus dem hohen Norden übernommen und seinem Antrag wurde stattgegeben.
Allerdings nicht ohne Verwirrung, die letztendlich auch durch Herrn Dr. Reichert noch gesteigert wurde,
weil er nicht wirklich mit unserer Geschäftsordnung vertraut war.
Ob dies später erheblich sein wird, werden andere Juristen entscheiden müssen.
Interessant war es, dass Herr Henke nicht in der Lage ist, eine Bundesversammlung zu leiten, ohne alle paar Minuten Hilfe suchend die Rechtsanwältin Ursula Miller zu rufen, sie möge ihn doch bitte vor Formfehlern bewahren. Auch der Ruf nach dem Rechtsexperten Dr. Reichert erscholl in immer kürzeren werdenden Intervallen. Allerdings bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Anwesenheit diese beiden Vereinsrechtler nun tatsächlich geholfen hat. Jedenfalls geschah das, was wir im Vorfeld schon geahnt hatten: Eine wirkliche Debatte fand nicht statt.
Meine Worte zu Herrn Henke als Versammlungsleiter bitte ich, nicht falsch zu verstehen: Es ist so, dass wir offensichtlich mindestens einen Anwalt für eine Versammlung brauchen, für eine Bundesversammlung zwei. Manchmal fürchte ich, dass wir den Juristen so viel Macht gegeben haben, dass uns unsere Demokratie schon fast völlig aus den Händen geglitten ist.
So kam es zur geheimen Abstimmung: Ohne dass die vorgetragenen Gründe jemals von der Versammlung diskutiert wurden, ohne dass eine Bewertung stattfand, ohne dass man darüber sprach, welche Hintergründe es für diese Abwahl gab. Das Ergebnis ist bekannt.
Konsequenzen
Diese Bundesversammlung geht in ihrer Bedeutung weit über die Person Helmut Raiser
hinaus. Diese Bundesversammlung hat nun zum zweiten Mal beschlossen, dass sie sich
vom Zuchtausschuss diktieren lässt, wen sie zu wählen hat. Ein Anrufer sagte: " Die
" Messer sind schärfer und schärfer geworden ". Das menschliche Miteinander
wird immer schwieriger, die Fronten verhärten sich. Und diese Fronten sind nicht die
alten " Lager". Verantwortungsbewusste Aussteller und Züchter, deren Hauptorientierung
im Erscheinungsbild des Hundes liegt, wissen, dass eine Zuchtselektion allein auf
das Exterieur kein Merkmal für eine Gebrauchshundezucht sein kann.
Sie wissen es nicht nur, sie setzen es auch um. Helmut hat
für seine Ideen und für seine Projekte Unterstützung aus allen Bereichen des Vereins.
Ein Zeitungsredakteur fragte mich im Vorfeld, ob man diesen Konflikt als einen Kampf zwischen Traditionalisten und Modernisierern bezeichnen könnte. Ich verneinte dies. Ich habe vor wenigen Tagen einen wunderbaren Spruch gelesen: " Traditionen bewahren heißt, die Flamme am Brennen halten. " Eine Tradition zu bewahren ist nichts Negatives. Das, was alte Seilschaften in unserem Verein wollen, ist negativ, denn sie bewahren nicht Traditionen. Sie benutzen den Deckmantel der Tradition, um darunter Geschäfte zu machen. Und wer Geschäfte machen will, möchte eine heile Welt vorgaukeln und kann einen Zuchtwart der Probleme anspricht oder Mitglieder, die den Hund auch kritisch betrachten, nicht gebrauchen. Sie stören das Bild
Aber die Ereignisse, vor allem vor dieser Bundesversammlung, lassen sich nicht mehr umkehren. In unserem Verein weiß jetzt jeder:
ü Schau ist nicht gleich Zucht.
ü Auch ein leistungsorientiertes Mitglied kann sich zu Zuchtfragen äußern.
ü Ein leistungsorientiertes Mitglied muss sich zu Zuchtfragen äußern
Deshalb ist diese Bundesversammlung nur ein Beginn. Die Basis hat sich warmgelaufen für die kommenden Landesversammlungen mit dem Ziel: Bundesversammlung im Mai
Das nächste Ziel: Die Landesversammlungen
Auf den Landesversammlungen gilt es kritische Fragen zu stellen:
Befragt euren Landesgruppenzuchtwart nach den Inhalten von Helmuts Körmatrix und lasst euch exakt sagen,
was sie daran ablehnen.
Wenn sie sie nicht ablehnen, könnt ihr sie fragen, warum sie nicht daran mitgearbeitet haben.
Lasst euch nicht in Vier-Augen-Gesprächen besänftigen.
Kämpft für die Demokratie in diesem Verein.
Gedanken zur Zucht des Deutschen Schäferhundes !!
Ich wurde von unserem neuen LG-ZW Herrn Norbert Scharschmidt gebeten, einige Gedanken zur Zucht des Deutschen Schäferhundes aus meiner Sicht, für die LG-Westfalen-Notiz nieder zu schreiben !!
Mit Dem Deutschen Schäferhund bin ich seit 1958 verbunden. Ein Onkel betrieb in Erlensee/Hanau eine kleine Hobbyzucht und weihte mich als 12 jährigen in den Hundesport ein und schenkte mir im März 1958 einen Welpen.
Da sich in meinem Heimatort Großkrotzenburg keine SV-OG befand, trat ich noch 1958 in den dortigen Hundeverein ( HSV-Rhein-Main ) ein. Hier fand ich ein solides Umfeld und auch einige Schäferhundliebhaber und Züchter die mir viel Wissenswertes vermitteln konnten. Gemeinsam mit anderen Liebhabern des DSH, faszinierte mich schon von Anfang an, das Wesen, die Ausstrahlung, die Gebrauchstüchtigkeit, die vielfältige Verwendungsmöglichkeit, die Farbenvielfalt des Pigmentes, sowie die Charakterstärke dieses einmaligen Hundes.
Ich beschäftigte mich sehr intensiv bis zu meinem Herzinfarkt im Februar 1988 mit der Ausbildung des DSH und war in meinem Ortsverein als 1. und 2. Vorsitzender, sowie als Übungswart und Schutzdiensthelfer tätig. Dem Vorstand der Kreisgruppe gehörte ich im Ausbildungsteam der KG-03, nahezu 10 Jahre
an. Als Schutzdiensthelfer war ich für den HSV-Rhein-Main auf Wettkämpfen und Ausscheidungen im Einsatz. 1986 wurde ich als LR-Anwärter zugelassen und nach erfolgreicher Abschlussprüfung zum Leistungsrichter berufen.
Dieses Amt habe ich nach meinem Umzug 1996 nach Stadtlohn/Westfalen bis zu meinem Rücktritt aus gesundheitlichen Gründen, bis zum 03.04.2002 ausgeführt.
In die SV-OG Kleinostheim/Kahl trat ich 1990 ein und begleitete von 1992 an das Amt des OG-Zuchtwartes. Unser OG-Vorsitzender war Dieter Ortlauf der seit über 10 Jahren als LG-Vorsitzender die Geschicke der LG-14 leitet.
Die Zucht unter dem eingetragenen Zwingernamen „ von der Schiffslache,“ betreibe ich nach meinem Herzinfarkt 1988 und einer sehr schweren Reha-Zeit, seit 1992. Im Mai wurde unser Zwingernamen vom SV geschützt und eingetragen. Den geliebten aktiven Hundesport musste ich gezwungener Maßen leider ganz aufgeben. Da ich aber der Rasse DSH weiterhin eng verbunden bleiben und etwas Positives bewegen wollte, habe ich mich mit meiner Frau zusammen vermehrt der Zucht des Deutschen Schäferhundes zugewandt. Ohne die tatkräftige Mithilfe meiner Frau, währe eine Zucht wie wir sie betreiben,
schier unmöglich !!
Es ist aus meiner Sicht äußerst wichtig, die Zucht auf überzeugende Mutterlinien aufzubauen. Dies ist in unserer Linie die Ausnahmehündin und Stamm-Mutter unserer Hündinnenlinie, Vroni vom Riemsloherwald SchH3,Kkl.1
Vroni war eine Matsch Bungalow-Tochter aus der Jolly Goldwasser. Sie war erfolgreiche Teilnehmerin der Deutschen Meisterschaft Platz 7 des DHV und erreichte auf der BSP 1987 in Baunatal 287 Punkte vorzüglich !!
Wichtige Eigenschaften auf die eine Hündinnenlinie aufbauen sollte und die Vroni in hohem Maße besaß, sind. Sie war enorm triebstark, hoch belastbar, robust, gesund, hatte ansprechendes Kkl.1 Gebäude, sie war sehr fruchtbar und eine absolut gute Mutter. Vroni besaß a-normal und vererbte ihre gesunden Hüften und ihre Wesenseigenschaften überzeugend. Wir züchten nun schon in der
5. Generation nach ihr und planen nun im Frühjahr 2006 eine Inzucht 5-5 über ihre Kinder Falko und Gesha Scherwald die beide mein Eigentum waren, auf unsere Stamm-Mutter !
Um diese wichtigen Eigenschaften zu erhalten, versuchen wir in Generationen zu denken und zu planen. Um die genetische Vielfalt in der Zucht zu erhalten, dies ist für mich ein sehr wichtiger Faktor, sollte man meiner Meinung nach auf eine Blutbasiserweiterung unbedingt achten. Um dem genetischen Engpass frühzeitig vorzubeugen, planen wir auch mit hochbelastbaren, gesunden und anatomisch sehr guten Rüdenlinien aus dem benachbarten Ausland. Wir haben bisher immer wieder Rüden mit gesundem ausländischem Erbgut benutzt und werden auch weiterhin belastbare und anatomisch korrekte Rüden aus Belgien, Holland und den Skandinavischen Ländern in unsere Wurfplanungen mit einbeziehen.
Ich denke es ist sehr wichtig unsere Leistungszuchtsäulen wie Racker Itztal, Eros und sogar noch Valet Busecker Schloss, Matsch und Ziggo Bungalow, Gildo Körbelbach, Fero Zeuterner Himmelreich und seine Nachkommen Timmy und Troll, sowie die Enkel Yoschy und Aly, die Linie über Mink Haus Wittfeld, Urs Hopfenstrasse und Harro Lechrainstadt, die Hündinnenlinien wie Askia Froschgraben, Umsa Bungalow, Desi Gleenbachtal und Ira und Blanka Körbelbach um nur einige wichtige zu nennen, mit den erfolgreichen ausländischen Arbeitslinien, Orry Haus Antwerpa, Verwin Blitsaerd und Rüden aus den Nordischen Zwingern wie Jabina, Satoris oder Pa Schacks zu ergänzen. Gerade in diesen Linien sind oft auch noch äußerst brauchbare Hunde aus unseren ehemaligen DDR-Zuchten vertreten, die sich auch bei uns gut durchgesetzt haben. Hunde wie Seigo Angerholz, Robby Glockeneck und Lord Gleisdreieck, sowie sein Sohn Manto Kahlenbach, haben positive Zuchtergebnisse hinterlassen.
Es hat sich seit den Jahren, ab Anfang 1960, die mir doch noch gut in Erinnerung sind, sehr viel in unserer Zucht getan. Sicherlich auch viel negatives, denn die heutige Trennung in die so genannten beiden Lager, wäre sicherlich zu vermeiden gewesen ! Die Züchter die den Arbeitshund bevorzugten, konnten sich mit Sicherheit den Deckpartner auch auf der Siegerschau auswählen. Denn dort sah man den Schäferhund wie er von den Schöpfern der Rasse geprägt wurde.
Er zeichnete sich aus durch die wirkliche mittlere Größe, gute Kraft, sowie Vielseitigkeit im Gebrauch und seinem Aussehen. Seine Farbgebung reichte und das auch in der Auslesegruppe, von Lackscharz, Schwarzgelb, Schwarzbraun, bis zu vielen Farbnuancen von Grautönen. Beispiele sind die VA-Rüden Frei Gugge /Schwarz, Bert Haus Knüfken, Arno Erlenbrunnen und Cello Winsbergen/Grau, Bernd und Bodo Lierberg, Marco Cellerland/Schwarzbraun oder Quanto Wienerau und Mutz Pelztierfarm/Schwarzgelb.
Durch die Einführung der Hochzuchtlinien hat Dr. Rummel in den 70 iger Jahren die Zucht auf die 4 Rüden Marco Cellerland, Mutz Pelztierfarm, Canto und Quanto Wienerau, blutlich stark eingeengt. Canto Wienerau erhielt bei seiner Erstankörung am 19.09.70 in Schwandorf von Körmeister M. Fröscher die Kkl.2 mit Kampftrieb vorhanden. Auf einen solchen Rüden mit fehlenden Trieb-qualitäten eine besondere Linie aufzubauen, halte ich schon für eine so bekannte Gebrauchshunderasse und deren Einsatz auch als Diensthunde für sehr gewagt.
Die Bernd und Bodo-Linie hatte scheinbar keine Lobby, denn aus dieser Linie gab es auch leistungsstarke, sowie auch gebäudemässig überragende Tiere wie Bredo Lichtburghof, Joll Bemholt und sein Sohn Hardt Sprühturm, sowie Seffe Busecker Schloß VA und Bruder Sirk Junghundsieger !
Hermann Martin regte dann die vermehrte Benutzung der beiden Rüdenlinien Canto und Quanto an und engte meines Erachtens die blutliche Auslese noch weiter ein. Da beide Rüden noch über die Linie L-Wurf Wienerau Lido/Liane auch sehr eng verwandt sind, ist dies eine weitere Einschränkung. Diese Mutterlinie geht dann über Jalk Fohlenbrunnen auf den übergroßen Vello Sieben Faulen zurück und bildet meiner Meinung nach, unser heutiges Problem der Übergröße und teilweisem Pigmentverlust. Alte erfahrene Züchter erwähnten schon sehr früh, das fehlendes Pigment oft auch mit fehlender Härte und Arbeits-bereitschaft verbunden sei. Viele Artikel der SV-Hefte der 60 iger Jahre haben dieses Thema behandelt und oft waren Hunde der Leistungsstämme im HGH Bereich wie Alfred Hahn erwähnte, dunkelgraue oder tiefpigmentierte, oft sehr dunkelfarbige Tiere. Auf alle Fälle waren den Züchtern vor gut 40 Jahren, noch die Möglichkeit und ein Instrument der ständigen Pigmentregulierung gegeben.
Die Auslesegruppen der Siegerhauptzuchtschauen waren ein sichtbares Zeichen der Vielfalt des Deutschen Schäferhundes und viele ältere Freunde dieser Rasse denken mit Wehmut an diese Zeiten und Bilder zurück !
Ein weiteres Genmaterial wurde in den letzten 25 Jahren der Schaupopulation nicht mehr zugeführt, was das heranführen zu unserer heute wieder gewünschten Mittelgröße sehr erschwert. Da auch durch diese sehr enge Blutführung ein Verlust der Gebrauchseigenschaften, wie Trieb und Arbeitswillen bei vielen Hunden der Siegerschau verloren ging, macht dies den Züchtern die außerdem noch auf Gebäude achten wollen, so schwer, diese Linien miteinander zu verbinden ! Meistens werden diese Nachkommen der Hoch- und Leistungszucht nicht angenommen, da die HF in ihren sportlichen Zielsetzungen hier nicht den gehofften Erfolg finden ! Dies gilt ebenso für die Aussteller, sowie auch die Leistungshundeführer !!
Weil unsere gesamte Schäferhundezucht einen gemeinsamen Ursprung hat, sind doch um nur einige Beispiele zu nennen, so hervorragende Schautiere wie Anderl kleinen Pfahl,sein Vater Mutz Pelztierfarm, Dingo Haus Gero, Boss Amalienhof und sein Sohn Wanko Maaraue, Lasso di Val Sole sowie dessen Vater Quanto Wienerau, Marco Cellerland, Bernd und Bodo Lierberg bis zu Veus Starrenburg Ajax Haus Dexel und Alf Nordfelsen aus den Ahnentafeln unserer Leistungshunde nicht weg zudenken !! Sie waren und sind bedeutende Vererber in Schönheit und Leistung. Aber diese Genvielfalt ist leider in den letzten 20 Jahren nur noch im Leistungsbereich erkennbar. Aber auch hier muss man einschränkend sagen , daß viele Hunde der Leistungslinien schon zu eng auf einige wenige Linien gezüchtet werden. Hier sollte auch rechtzeitig auf das richtig dosierte zuführen von Fremdblut geachtet werden.
Aber das könnte meiner Meinung nach, nur durch ein Umdenken der Zuchtlenkung geschehen. Es müssten Zuchtvorgaben der Vereinsführung wie noch in den 60 iger Jahren vorgegeben werden . Ein Dr. Werner Funk empfahl, sich nicht nur auf die hochplazierten VA und V-Hunde in der Zucht zu beschränken, sondern empfahl auch gut gezogene und dementsprechend gut vererbende SG Rüden zu benutzen. Dies ist heute leider im Ausstellungssektor noch undenkbar !! Aber genau hier müsste angesetzt werden, um Pigment und Genvielfalt, sowie die Mittelgröße zu verbessern. Eine Verbesserung der Gebrauchstüchtigkeit der Schaupopulation und hiermit das festigen von Arbeitsqualität ist nur mit Verständnis und Zugeständnissen möglich oder erreichbar. Ähnliches gilt aber auch für die Hunde im Leistungsbereich, hier sollte schon auf mehr Gebäudeharmonie geachtet und auch gezüchtet werden.
Auch der unvergessene Alfred Hahn mahnte frühzeitig, Rüden die nicht nur Schauerfolge vorweisen zu benutzen, sondern Rüden aus gefestigten Gebrauchsstämmen die robuste leistungsbereite Nachkommen vererben, immer wieder einzupaaren. Er ging über Jahrzehnte mit bestem Beispiel voran und hatte immer wieder Schauerfolge und seine Zuchttiere waren aber ebenso erfolgreich auf den großen Leistungsveranstaltungen.
Wir achten bei unserer Zuchtwahl auf unsere bewährten Hündinnen-Linie und paaren diese mit belastbaren Rüden mit ansprechendem Gebäude. Um auch unsere selbstgezogenen Rüden in die Zucht einbeziehen zu können, habe ich die beiden Hündinnen Connie vom Körnerplatz und Evi vom Champ in unsere Zucht mit einbezogen. Auch diese beiden Hündinnen haben das in sie gesetzte Vertrauen, durch hervorragende Nachzucht belohnt. Hier haben wir uns eine 2. und 3. Linie zu Vroni geschaffen und werden diese Linien in diesem Jahr mit einigen Verpaarungen sinnvoll ergänzen.
Im Prinzip planen wir in Generationen mit guten, gesunden und mir bekannten Stämmen und wurden auch in der SV-Genetic´s durch hervorragende Zuchtwerte hierin bestätigt.
Es hat sicherlich jeder Züchter seine Erfahrung und seine Philosophie, wir sind mit der unseren bisher ganz gut gefahren und werden unserem Zuchtgedanken weiterhin treu bleiben !!
Herbert Born von der Schiffslache 28. März 2006